Übersicht
Die Festung erhebt sich auf einem undurchdringlichen Felsvorsprung inmitten der steilen Hänge der Bard-Schlucht und besteht aus vier Hauptkörpern (in der Terminologie der Militärarchitektur „opere“ genannt), die sich auf verschiedenen Ebenen zwischen 400 und 467 Metern über dem Meeresspiegel befinden. Die Festung diente wahrscheinlich seit der Antike der Verteidigung. Die ersten Hinweise auf eine befestigte Anlage stammen aus dem 11. Jahrhundert, doch die Festung selbst wurde erst im 12. Jahrhundert erbaut. 1242, nach der Vertreibung der Herren von Bard, ging sie in den Besitz der Grafen von Savoyen über. Im Jahr 1800 war die Forte di Bard ein Hindernis für Napoleon Bonaparte und seine 40.000 Mann starke Armee, die vom Großen St. Bernhard-Pass herabkam, um die Poebene zu durchqueren. Napoleon ließ die Festung auf dem Rückweg von Marengo nach Frankreich dem Erdboden gleichmachen. Zwischen 1830 und 1838 wurde sie vom Militäringenieur Francesco Antonio Olivero wieder aufgebaut. Die Opera Carlo Alberto, das höchste und imposanteste Gebäude, beherbergt das Museo delle Alpi (Alpenmuseum), eine multimediale und wissenschaftliche Ausstellung über das Alpengebiet, seine morphologischen, naturalistischen, geologischen und klimatischen Merkmale und die Veränderungen, die es im Laufe der Zeit erfahren hat. In der Opera Carlo Alberto kann man auch die Gefängnisse besichtigen, 24 enge Einzelzellen, in denen eine multimediale Ausstellung über berühmte Gefangene zu sehen ist, die die Festung durchquert haben, darunter Camillo Benso Conte di Cavour. In der Opera di Gola finden Konzerte und Theateraufführungen statt, während die Opera Vittorio auf der zentralen Ebene der Festung das Kinder- und Jugendmuseum Le Alpi dei ragazzi beherbergt, ein beliebter Ort für junge Leute, um die Berge des Aostatals spielerisch zu entdecken. Die Opera Ferdinando am Fuße der Festung beherbergt das Museo delle Frontiere(Grenzmuseum), das die Geschichte der Westalpen und der Beziehungen zwischen den Völkern, die sie bewohnt haben, erzählt, sowie das Museo del Forte e delle Fortificazioni (Museum der Festungen und Befestigungen), das der Entwicklung der Verteidigungsanlagen im Laufe der Jahrhunderte gewidmet ist, insbesondere in den Bergregionen.