Auf den Monti Iblei in der Gegend von Caltagirone ist Grammichele die Feudalstadt des Prinzen von Butera, der das 1693 durch ein Erdbeben zerstörte Bauerndorf Occhiolà ersetzte. Der Architekt und Mönch Michele da Feria entwarf sie geometrisch sechseckig, inspiriert von den Städten mit radiozentrischem Grundriss, die zwischen der Renaissance und dem siebzehnten Jahrhundert entworfen (Sforzinda) oder gebaut (Palmanova) wurden. Die ursprüngliche Zeichnung des Grundrisses, die auf einer Schieferplatte eingraviert ist, wird im Palazzo Comunale (Rathaus) aus dem späten achtzehnten Jahrhundert aufbewahrt, der auf den ebenfalls sechseckigen großen zentralen Platz blickt. Das interessante einer Besichtigung liegt in der Tat in der Form der Stadt.
Die sechs Wohnviertel, die entlang der drei radialen Straßen entwickelt wurden, welche sich in der Mitte des Platzes kreuzen, nahmen zwischen dem Jahr des Erdbebens und den ersten zwei Jahrzehnten des achtzehnten Jahrhunderts ziemlich schnell Gestalt an. Am mühsamsten war jedoch bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts der Bau der Mutterkirche San Michele Arcangelo mit ihrer monumentalen Fassade und der für den sizilianischen Barock typischen Enddekoration.
95042 Grammichele CT, Italia