Das Fest des Heiligen Donatus von Auletta
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Während der 15. August in vielen Teilen Italiens eng mit dem Marienkult verbunden ist, wird in der Stadt Auletta an diesem Tag ein anderes, für die Spiritualität der Stadt sehr wichtiges Fest begangen.
Das Septenario: Auftakt zum Fest
Das Fest, das für das Dorf von solcher Bedeutung ist, dass es sogar Vorrang vor Mariä Himmelfahrt hat, ist das Gedenkfest zu Ehren des Heiligen Donatus, oder Donatello, wie er oft genannt wird, um ihn vom Donatus von Arezzo zu unterscheiden. Der Tag, der dem Heiligen Donatus gewidmet ist, ist der 17. August, aber die Feierlichkeiten beginnen schon lange vorher, um sich langsam festlich einzustimmen. In der Tat beginnt es mit dem Septenario: an den sieben Tagen, die dem Fest vorausgehen, werden jeden Morgen ein paar Feuerwerkskörper abgefeuert. Als ob man sagen wollte: Bereiten Sie sich vor, wir sind ganz nah dran! Mit Beginn des Septenario sieht man auf den Straßen von Auletta viel mehr Menschen als sonst: Viele, die mittlerweile an anderen Orten leben, kehren nach Hause zurück, um mit ihren Familien zu feiern. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Donatus eine besonders günstige Zeit für die Centa sind. Hierbei handelt es sich um die Opfergaben der Gläubigen, die aus Geld, Öl, Getreide oder anderem bestehen.
Die Prozession
Am 17. August, früh am Morgen beginnen die Feierlichkeiten: Die Reliquie des Heiligen Donatus sowie eine seiner Silberbüsten werden in einer feierlichen Prozession getragen. Die Büste, die den Heiligen in Ekstase darstellt, ist ein Artefakt aus dem Jahr 1723, das von der Markgräfin von Caggiano zum Dank für die Heilung ihres Enkels gestiftet wurde. Zu diesem Anlass wird sie, mit Blumen und Palmblättern geschmückt, am Tag des Schutzpatrons in einer Prozession durch die Straßen der Stadt getragen – gefolgt von den Gläubigen, von denen viele barfuß sind, und der Dorfkapelle. Neben der Büste wird an diesem Tag auch die in der Kirche San Nicola in Auletta aufbewahrte Reliquie durch die Straßen getragen. Der Reliquienschrein hat die Form eines erhobenen Arms, da es sich auch um diesen Körperteil handelt. Am 18. August enden die Feierlichkeiten mit einer weiteren Prozession, die von der Mutterkirche des Heiligen Nikolaus von Myra ausgeht und an der Kirche San Donato endet, begleitet von einem Feuerwerk.
Heiliger Donatus da Ripacandida
Donato Simone da Ripacandida wurde 1179 in einer Familie aus einfachen Verhältnissen geboren. Im Alter von vierzehn Jahren begann er seiner Berufung zu folgen und ging in das Benediktinerkloster Sant‘Onofrio di Massadiruta in Petina in der Nähe von Salerno. Dort wurde ihm jedoch gesagt, er sei zu jung und solle sich im darauffolgenden Jahr in der Territorialabtei Montevergine vorstellen. 1195 kehrte er nach Petina in das Kloster Sant‘Onofrio zurück. Genau dieser Ort, an dem der Heilige am 17. August 1198 im Alter von nur 19 Jahren verstarb, ist heute noch in Form von beeindruckenden Ruinen zu sehen.
Donatus war dem Wasser zugetan: Er hatte für sich eine besondere Form der Buße gewählt. Nachts, wenn die Mitbrüder schliefen, stieg er in die Höhle hinab, die in einen Bach unterhalb des Klosters gegraben war, und stürzte sich in das kalte Wasser. Einmal folgte ihm der Abt, der nichts von alledem wusste. Als er die außerhalb der Höhle zurückgelassene Kleidungsstücke sah, dachte er, es handele sich um unreine Handlungen und beschloss, ihn zu bestrafen, indem er ihm seine Kleider wegnahm. Doch er musste sich eines Besseren belehren lassen, als er ihn noch am selben Tag vollständig bekleidet aus der Höhle zurückkehren sah: Seine Kleidungsstücke waren wieder dort, wo Donatus sie zurückgelassen hatte!
Sein Name war bald auch in den umliegenden Gemeinden bekannt und viele Menschen aus Auletta baten ihn um Rat. Es scheint sogar, dass es einst der Heilige selbst war, der seinen rechten Unterarm als Reaktion auf die Schreie der Menschen von Auletta abnahm. Dies sei der Hintergrund der Reliquie, die seit Jahrhunderten unversehrt in dem silbernen Reliquienschrein von 1618 aufbewahrt und in Auletta in der Mutterkirche verehrt wird. Eine Kuriosität: Einige Menschen sollen die Reliquie des Armes vom Heiligen Donatus direkt berührt haben. Sie alle berichten von einer sensationellen Erfahrung: Beim Öffnen des Schreins strömt ein unbekannter und intensiver Duft aus. Dieser scheint aus einer anderen Welt zu kommen und ist so einnehmend, dass man, wenngleich andere Menschen in der Nähe sind, diese vergisst und allein mit dem Heiligen ist.
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