Ein Besuch in Kalabrien zu Ostern ist die beste Gelegenheit, einige Köstlichkeiten der lokalen Konditorei und die leckersten Produkte des Frühlings zu probieren.
Nach der Fastenzeit beginnt die Zeit der Vorbereitung der kalabrischen Ostersüßigkeiten. Diese Köstlichkeiten, die aus alten Volks- und Bauerntraditionen hervorgegangen sind, werden heute von Konditormeistern neu interpretiert – mit einem Hauch von Originalität und unter Verwendung von Bio- und Markenprodukten.
Die Reise durch die kalabrischen Ostersüßigkeiten führt durch alle Provinzen, von denen einige durch gemeinsame Zubereitungsarten verbunden sind, während andere spezifische Besonderheiten der Region aufweisen.
Kalabrische Ostersüßigkeiten: von Cuzzùpe bis zu Keksen
Die unbestrittene Königin der kalabrischen Ostersüßigkeiten ist die Cuzzùpa. Je nach Herkunftsgebiet kann der Name variieren: von den beliebten Cuzzùpe aus Catanzaro und Cosenza über die weicheren, briocheartigen Gute aus Reggio Calabria und Umgebung bis hin zu den Cudduràci aus Cosenza. Auch die Form variiert je nach Ort oder dem Geschmack des Bäckers. Einige erinnern ausdrücklich an Ostersymbole, zum Beispiel Fische, während andere in Form von Hühnern oder Herzen sind.
Unabhängig davon, wie sie bezeichnet werden und in welcher Form sie serviert werden, bleibt die Grundlage immer dieselbe: ein gebackener Teig, der entweder knusprig oder weich ist. Er wird einige Tage vor Ostersonntag zubereitet und mit einem oder mehreren ganzen Eiern mit Schale verziert, die im Ofen hart werden. Das Ei, das mit Wiedergeburt und Ostern in Verbindung gebracht wird, erinnert auch an eine alte Liebestradition. In der Vergangenheit fiel in vielen Ländern die Osterzeit mit einem romantischen Brauch zusammen, bei dem verlobte Mädchen ihren Verlobten als Zeichen ihrer Liebe eine Cuzzùpa schenkten. Je mehr Eier sie enthielt, desto größer war die Liebe.
Ähnlich wie die Cuzzùpe sind die Cuddùre (auch Curùji genannt) geflochtene, frittierte oder gebackene Kringel, die süß oder herzhaft sein können. Sie sind mit dem Gütesiegel PAT (Prodotto Agroalimentare Tradizionale, traditionelles Agrar- und Lebensmittelprodukt) ausgezeichnet. Der Name leitet sich vom altgriechischen Wort κολλύρα oder kollýra (Brotlaib) ab. Die Form war offenbar für Hirten und Wanderer praktisch, da sie die Kringel auf ihren Stöcken aufspießen und auf langen Reisen mitnehmen konnten. Zu den kalabrischen Ostersüßigkeiten gehören auch glasierte Kekse in allen Varianten: Die ‘Ncinetti oder Fiscòtta in der Provinz Vibo Valentia sind mit Zuckerguss überzogen, der mit geriebener Zitronenschale aromatisiert ist. Die Osterkekse lassen sich hervorragend in Milch und Tee eintauchen und eignen sich auch zum Frühstück – eine süße Kindheitserinnerung, die man unbedingt probiert haben muss.
Kandierte Früchte, Ricotta und Destillate
Die Hauptzutat der kalabrischen Ostersüßspeisen sind kandierte Früchte, insbesondere Zitrusfrüchte. Ob Bergamotte aus Reggio Calabria DOP, Zeder aus Kalabrien DOP, Schalen von lokalen Orangen und Mandarinen, Clementinen aus Kalabrien IGP oder Zitronen aus Rocca Imperiale IGP – kandierte Früchte sind immer eine Delikatesse und die nicht allzu geheime Zutat, die den Süßspeisen das gewisse Etwas verleiht.
Ein weiteres unverzichtbares Lebensmittel in der Konditorei und in den kalabrischen Ostersüßspeisen generell ist Ricotta. Zu den hochwertigsten Sorten zählt Ricotta aus Aspromontana-Ziegenmilch, kombiniert mit erlesenen kalabrischen Honigsorten wie Kastanie, Erdbeerbaum, Sulla und Eukalyptus. Wie lässt sich das Mittagessen am besten ausklingen? Mit einem Toast auf die ausgezeichneten kalabrischen Destillate: Bergamotte, Zeder, Limoncello, Nocino, Lakritz, Fragolino, Anis, Fenchel, Moscatello und Wildkräuter. Sie sind der perfekte Abschluss für Ostern in Kalabrien.