Apulien ist ein Land, in dem man viel und gut isst und in dem vor allem jeder Gaumen auf seine Kosten kommt. Die vom Meer umspülte Region, die von Ebenen und sanften Hügeln geprägt ist, profitiert von einem Klima aus Sonne und Wind, das dazu beiträgt, dass jedes Produkt des Gebiets einzigartig ist.
In jeder Ecke Apuliens gibt es typische Spezialitäten, die aus der Begegnung zwischen Natur und Tradition entstanden sind. Der Reichtum der Landwirtschaft und der Viehzucht, der seit Jahrhunderten den Lebensunterhalt der Bevölkerung sichert, hat einfache, aber authentische Rezepte hervorgebracht, die eng mit den Früchten der jeweiligen Jahreszeit verbunden sind.
Die bäuerliche Tradition hat zudem jedem Gericht einen charakteristischen Namen verliehen, der es nicht nur einzigartig, sondern auch faszinierend und kurios macht, vor allem für diejenigen, die den lokalen Dialekt nicht kennen.
Diese außergewöhnliche Vielfalt an Aromen und Wissen ermöglicht es, Apulien auch auf einem anderen Weg zu entdecken: dem des Weingastronomietourismus, der in der Lage ist, das Gebiet durch seine Gerichte zu erzählen.
Typische Spitzenprodukte
Die Region ist reich an köstlichen Produkten. Die Weintradition, zum Beispiel vom Castel del Monte DOC bis zum Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG, entfaltet prickelnde, süße, trockene und fruchtige Aromen.
Ein weiteres historisches Handwerk Apuliens ist die Herstellung von nativem Olivenöl extra, insbesondere des Terra di Bari g.U., das in Apulien am häufigsten produziert wird und für seinen bitteren und würzigen Nachgeschmack bekannt ist.
In jeder Ecke Apuliens wird außerdem eine uralte Käsereitradition gepflegt, deren Produkte bis ins Mittelalter zurückreichen. Dazu gehören die Mozzarella, die Königin der apulischen Küche, aber auch der Cacioricotta oder typische Produkte aus bestimmten Gebieten wie die Giuncata, der Caciocavallo Podolico und die Burrata di Andria IGP.
Das Pane di Altamura g.U. und das Pane di Ascoli Satriano, das sogar von Horaz gelobt wurde, sind zwei Köstlichkeiten, die unbedingt warm gegessen werden sollten. Wenn Sie an einer Bäckerei vorbeikommen, sollten Sie auf keinen Fall die Friselle, die Taralli, die Pucce und die Orecchiette vergessen.
Traditionen zum Entdecken: Apulien kulinarisch
Orecchiette sind die traditionelle Nudelform, die Apulien am besten repräsentiert und in Kombination mit Stängelkohl am besten zur Geltung kommt.
Roher Fisch hingegen kommt mit Zitrone am besten zur Geltung, und das gilt sicherlich auch für die Miesmuscheln aus Taranto. Die Miesmuscheln sind auch die Hauptzutat der Tiella alla barese, bei der Reis, Kartoffeln und Miesmuscheln im Ofen zubereitet werden. Und wieder Fisch mit der Fischsuppe alla Rodiana, typisch für den Gargano. Die Focaccia, in ihren weicheren oder knusprigeren Varianten, wird mit Tomaten, Salz, Oregano und schwarzen Oliven belegt und ist in der Gegend von Bari ebenso beliebt wie die Spaghetti all’assassina und der Panzerotto. Der Salento zeichnet sich von Land bis Meer durch den Rustico Leccese und die Scapece Gallipolina oder die Quatara aus Porto Cesareo aus.
In jeder Ecke Apuliens ist eine Einladung zum Essen eine außergewöhnliche Möglichkeit, die jahrtausendealte Esskultur kennenzulernen, die die Region in der ganzen Welt repräsentiert.
Der Genuss des Essens in Apulien
In Apulien ist das Essen heilig und hat daher eigene, ihm gewidmete Orte. Die Agrotourismusbetriebe sind der Ort der hausgemachten Küche, die eng mit dem Rhythmus der Jahreszeiten verbunden, einfach und authentisch ist. Die heute wiederentdeckten und zunehmend aufgewerteten Masserie sind befestigte Gebäude aus Stein. Auch hier können Sie landwirtschaftliche Produkte, saisonales Obst, typisches Fleisch, Wurstwaren und Milchprodukte genießen. Die Trabucchi, ehemalige, heute nicht mehr genutzte Fischereianlagen, sind zu Orten geworden, an denen man frischen und unverfälschten Fisch probieren kann, der nach apulischen Rezepten zubereitet wird. Auch die Strandbäder etablieren sich zunehmend als Orte, an denen Fischgerichte im Mittelpunkt stehen.
Wenn Sie das Apulien der Gassen und der historischen Zentren entdecken möchten, dürfen Sie die Fachgeschäfte in den Dörfern nicht verpassen: Bäckereien, Käsereien, Weinkeller – Orte, an denen jede Kostprobe ein authentisches, privilegiertes Tor zur Essenz Apuliens darstellt.
Tausend Namen für tausend Rezepte
In Apulien haben viele Gerichte einen anderen Namen als im restlichen Land, und viele andere haben tausend Namen, auch wenn sie sich nur in kleinen Details unterscheiden. Bei den „Allievi“, den großen Stars der „Crudo Barese“, handelt es sich um nichts anderes als kleine Tintenfische. Lo gnummariddo bezeichnet die auf dem Grill zubereitete Leber- und Innereienrolle, die im Valle d’Itria unter dem Namen Turcineddo bekannt ist. Auch bei den Süßspeisen bietet Apulien für jede Köstlichkeit eine Vielzahlvon Bezeichnungen. Pasticciotti, die typischen Süßspeisen des Salento, sind Mürbeteiggebäck, das mit Puddingcreme gefüllt ist, werden aber zu Fruttoni, wenn sie mit Mandelpaste und Quittenmarmelade gefüllt und mit Schokolade überzogen werden. I sospiri, dolci antichissimi di Bisceglie, sono sofficissimi pan di spagna ripieni di crema pasticcera e ricoperti di glassa. Im Salento werden sie mit einem kandierten Obst auf der Oberseite zu Bocche di Dama. Aufgrund ihrer besonderen Form und ohne Glasur werden sie in der Stadt Altamura zu „Tette delle monache“ (Brust der Nonnen).