Mit dem Fahrrad im Land der Etrusker: von Camaiore bis Val di Merse mit einem Abstecher nach Volterra
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Sonnenblumenfelder und Abteien, alte Mauern und Hügel, die zum Nachdenken einladen. Sie müssen nur den Fuß auf das Pedal setzen und sich entscheiden: In die Fußstapfen der Champions treten oder einen Gang zurückschalten.
219 Kilometer liegen zwischen Camaiore in der Versilia und Sovicille im Herzen des Val di Merse: Start und Ziel der zweiten Etappe von Tirreno-Adriatico, der Corsa dei Due Mari (Rennen der zwei Meere), an der die großen Namen des Radsports teilnehmen. Eine Strecke, die auch für Amateure geeignet ist, mit zwei Optionen je nach Trainingsstand: Konzentrieren Sie sich auf den ersten, flacheren Teil, oder nehmen Sie den zweiten, hügeligeren Teil.
Auf nach Volterra
Bevor Sie sich in den Sattel schwingen, empfiehlt es sich, die Abtei San Pietro in der Nähe des Zentrums von Camaiore zu besuchen, die einst Teil eines Benediktinerklosters war. Das Bild der Kirche mit ihrer weißen Steinfassade, die sich vom Blau des Himmels abhebt, wird alle begleiten, die den ersten Abschnitt des Rennens in Angriff nehmen möchten: eine Strecke, welche die Ebene von Pisa durchquert, mit langen Geraden, die Pisa, Ponsacco und Lajatico streifen. Wer möchte, kann in Volterra (von der Abfahrt sind es hundert Kilometer) Halt machen, der Stadt, die im vierten Jahrhundert v. Chr. von den Etruskern gegründet wurde und über das Val di Cecina wacht. Was gibt es zu sehen, sobald Sie abgestiegen sind? Die berühmten Alabasterwerkstätten, den Palazzo dei Priori, das älteste Rathaus der Toskana aus dem Jahr 1208, und den Dom Santa Maria Assunta.
In San Galgano, zwischen Suggestionen und Legenden
Über eine Reihe von Auf- und Abstiegen gelangen wir in das Gebiet der Senesi, ein Land der unberührten Natur, der Geschichte und der Legenden. Sobald man die Colonna di Montarrenti erreicht hat, wird die Route zu einer Art Kreisverkehr, der nach einem Stück Straße in den Aufstieg nach La Pineta mündet. Nachdem man den Weiler Monticiano hinter sich gelassen hat, der auf einem Hügel inmitten einer üppigen Vegetation liegt, erreicht man die Ebene von San Galgano und die Gedanken drehen sich sofort um die gleichnamige Abtei. Von dem 1218 von Zisterziensermönchen errichteten Bauwerk sind nur noch die majestätischen Mauern, die Kirchenschiffe und einige Säle erhalten, aber es gibt noch etwas, das noch eindrucksvoller ist: 200 Meter entfernt, in der Rotonda di Montesiepi, befindet sich das in den Fels gehauene Schwert von San Galgano.
Sovicille: zwischen Trockenmauern und Sonnenblumen
Etwa 20 Kilometer vor dem Ziel ist der Anstieg nach Chiusdino das Symbol dieser Etappe: ein sanfter Beginn und ein steiler Anstieg auf den letzten drei Kilometern mit einer Steigung von 8 Prozent. Hinweis für Amateure: Man sollte sich darauf einstellen, kräftig in die Pedale zu treten. Oben angekommen kann man dann aber aufatmen. Der letzte Teil der Strecke ist fast flach, aber nicht ohne Nervenkitzel. Die Anfahrt zum Ziel in Sovicille ist ein magisches Erlebnis: Die Stadt etruskischen Ursprungs wirkt wie eine kleine Insel in einem Meer von Wäldern. Auch die Altstadt mit ihren engen Gassen und Steinhäusern ist Balsam für die Seele. Ebenso wie die Villa Lechner aus dem 18. Jahrhundert, die auf den Burgmauern erbaut wurde und über eine Treppe zu den Gärten führt. Ein letzter Tipp? Hier beginnt der Girotondo a Sovicille, eine ideale Strecke für einen Familienausflug auf zwei Rädern: 29 km mit einem minimalen Höhenunterschied (300 m), die sich auf Nebenstraßen durch Sonnenblumenfelder, Weinberge, Olivenhaine und Trockenmauern schlängeln.
Von der Redaktion von RCS Sport.