Im Sattel entlang der Versilia: Camaiore, Pietrasanta, Forte dei Marmi und Umgebung
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Versilia: Land der Touristen, Segler, Künstler und Zweiradliebhaber. Die Rede ist von den Sportlern, die von Lido di Camaiore (1997, 2002 und 2007 Zielort des Giro d'Italia) nach Forte dei Marmi fahren, um zum Start des Einzelzeitfahrens zurückzukehren, mit dem Tirreno-Adriatico eröffnet wird. Aber auch von den vielen Amateuren, die dank des besonders milden Klimas 12 Monate im Jahr die Hügel und die Apuanischen Alpen hinauf- und hinunterfahren, als strenge Wächter dieser mondänen und servicereichen Küste.
Die Route über Forte dei Marmi
Wer es den Champions gleichtun möchte, kann an einem 13,9 km langen Zeitfahren teilnehmen, das von Lido di Camaiore über Marina di Pietrasanta nach Forte dei Marmi führt: hin und zurück auf einer langen Geraden, die am Meer entlangführt. Ein Tipp: Fahren Sie langsamer – die Geschwindigkeit kann in dem Rennen Spitzenwerte von bis zu 55 km/h erreichen, wird aber auf verkehrsberuhigten Straßen aber zu einem Risikofaktor. Andererseits sieht man mehr, wenn man langsamer fährt, und das lohnt sich. Die Küste der Versilia ist gesäumt von Badeorten, die den Glamour der 1950er Jahre symbolisieren. Auf dieser Straße und in den Straßen des Forte (wie die Einheimischen die mondänen Badeorte nennen) spielen sich Rituale ab, die sich seit Jahrzehnten wiederholen: Einkaufen auf den Märkten am Mittwoch- und Sonntagvormittag, Abendessen mit den Füßen im Sand in den berühmten Badeorten, kulturelle Veranstaltungen in der Versiliana und Snacks mit Krapfen und Focaccine.
Montemagno: Ruhe und gutes Essen
Wer sich abseits der Wettkampfstrecke in den Sattel schwingen möchte, hat dazu zahlreiche Möglichkeiten. Eine der beliebtesten Strecken ist der Anstieg nach Montemagno, einem kleinen Weiler an der Straße, die Camaiore mit Lucca verbindet: eine mittellange Strecke (7,4 km) mit einigen Haarnadelkurven und Steigungen von 5 bis 6 Prozent, ideal, um nach Monaten der Ruhe wieder Vertrauen in die Pedale zu finden. Im Ziel wird es keine Menschenmassen geben, denn die Stadt hat nicht mehr als hundert Einwohner. Der wahre Trost für die Strapazen des Tages findet sich am Tisch, wo das Beste der Küche von Camaiore aufgetischt wird, wie zum Beispiel Tordelli mit Fleischsoße oder erste Gänge mit Pilzen.
Pietrasanta: zwischen Kunst und Shopping
Eine anstrengendere Alternative? Vom Zentrum von Pietrasanta aus kann man zum Weiler Capriglia hinauffahren: 350 Höhenmeter und eine Aussicht, die man in den sozialen Netzwerken posten kann und die an einem klaren Tag bis nach Ligurien reicht. Die Gesamtlänge des Aufstiegs beträgt 5,8 km auf einer relativ breiten Panoramastraße mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,5 Prozent und einigen Steigungsspitzen von über 8 Prozent. Auf dem Rückweg, nach einer Abfahrt mit wenigen technischen Schwierigkeiten, kann man im historischen Zentrum von Pietrasanta Halt machen, einer Stadt mit mittelalterlichem Kern, die heute eng mit der Marmorindustrie verbunden ist. Berühmte Maler und Bildhauer, darunter der Kolumbianer Fernando Botero (Ehrenbürger), haben sich hier niedergelassen und die Stadt zu einem Freilichtmuseum für zeitgenössische Kunst gemacht. Es ist auch der perfekte Ort, um sich nach einem Tag auf dem Rad zu entspannen: Was gibt es Schöneres, als durch Galerien, kleine Restaurants und Geschäfte zu schlendern und dabei den Quadrizeps zu dehnen?
Von der Redaktion von RCS Sport.