Der „Wagenbrand“ ist eine seit über neun Jahrhunderten am Ostersonntag in Florenz stattfindende Veranstaltung. Doch woher stammt diese Tradition und worum geht es dabei?
Die Zeremonie hat eine besondere Bedeutung, insbesondere für die Florentiner, da sie historische und religiöse Motive aufgreift, die eng mit der Identität der Stadt verbunden sind.
Während der Heiligen Messe entzündet der Erzbischof mit dem heiligen Feuer die „Colombina“, eine Rakete in Form einer Taube. Diese mit heiligem Feuer gezündete Rakete beginnt ihren Lauf auf dem Draht, der mit dem Brindellone vor der Kirche verbunden ist.
Der Brindellone ist ein dreistöckiger Triumphwagen, der bereits zur Zeit der Familie Pazzi erbaut wurde und dank ständiger Restaurierungen bis heute erhalten geblieben ist. Die Familie Pazzi legte mit dem Bau des monumentalen „Feuerwagens“ (Carro di Fuoco) auch den Grundstein für die heutige Zeremonie, bei der
symbolisch das gesegnete Feuer in der ganzen Stadt verteilt wird.
Sobald der Wagen erreicht ist, bringt die Taube die verschiedenen auf dem Wagen platzierten Feuerwerkskörper zum Explodieren. Daher auch der Name „Scoppio del Carro“ (Explosion des Wagens). Diese Feuerwerkskörper, die ein Lichterspiel erzeugen, stehen symbolisch für die Ausbreitung des Heiligen Feuers an das gesamte Florentiner Volk.
Ab dem 17. Jahrhundert nahm die Zeremonie ihre heutige Form an, wobei vier Ochsen anmutig geschmückt den Brindellone vom Prato zum Dom ziehen.
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