Übersicht
Die Kirche Santa Maria Maddalena oder Chiesa Madre (Mutterkirche) ist die Hauptkirche von Ciminna. Sie ist vorwiegend im barocken Stil gehalten und birgt wertvolle Werke lokaler Kunst. Die Kirche wurde als Kulisse für einen Teil des Films „Il Gattopardo“ von Luchino Visconti genutzt. Die Kirche existierte bereits im Jahr 1230 und wurde erbaut, als auch der historische Kern von Ciminna entstand: Nach der Überlieferung war sie Teil des Schlosses. Es ist möglich, dass sie während des Überfalls durch Truppen der Anjou zerstört wurde, bei dem am 26. Juni 1326 die Umgebung samt der Stadt verwüstet wurden. Matteo Sclafani, Herr von Ciminna, ließ in der Nähe einen Palast-Turm errichten und ordnete 1333 den Bau einer neuen Kirche an, die dem Heiligen Johannes dem Täufer gewidmet war. Laut Archivquellen erfolgte die Gründung im Jahr 1350, wobei zu entnehmen ist, dass der Hauptaltar nach Norden ausgerichtet und der Heiligen Maria Magdalena gewidmet war. Von dieser Kirche aus dem 14. Jahrhundert sind Überreste der Krypta und des Apsisbereichs erhalten. Nach der Ernennung zur Pfarrei wurde sie auf dem Gelände der Vorgängerkirche wiederaufgebaut und die Apsis nach Osten ausgerichtet. Das älteste Bauwerk ist der Glockenturm von 1519: Eine Inschrift bestätigt seine Fertigstellung im Jahr 1550, dem Jahr, in dem die Hauptglocke gegossen wurde. Inspiriert von den normannischen Bauten, entspricht das Gebäude dem ikonographischen Schema der Kirche Santo Spirito in Palermo. An die Solidität dieser Konstruktionen erinnert der Apsisbereich mit den charakteristischen Asymmetrien, während der mit einer flachen Zwischendecke (die 1970 zerstört wurde) versehene Saal und die Außenansicht der Orgel gotische Elemente aus dem palermitanischen Stil des 15. Jahrhunderts enthielten. Das Erdbeben von 1693 beschädigte die Vorderansicht, die anschließend durch Einsätze ergänzt wurde, welche an die architektonische Formensprache von Paolo Amato erinnern. Der Innenraum, der im 18. Jahrhundert mit dekorativen Stuckarbeiten bedeckt war, erhielt ein barockes Aussehen. Aus der gleichen Zeit stammt der rote Farbton des Fassadenputzes, wobei die Fassade ursprünglich weiß war.