Cefalù
Um Cefalù als Reiseziel zu wählen, könnte der Sandstrand ausreichen, der zum historischen Zentrum gehört, das reich an Charme, Ausblicken und Kuriositäten ist und Anlass für Spaziergänge sowie zahlreiche Fotomotive bietet. Aber es gibt noch Vieles mehr: von der massiven, felsigen Festung, die die Stadt dominiert und ihr Profil ausmacht, bis zur Kathedrale, deren vordere Türme die roten Dächer überragen, über die Bastion von Capo Marchiafava – Teil der militärischen Schutzgebiete aus dem 17. Jahrhundert, unterhalb der Festung dem Meer zugewandt sind – und natürlich das rätselhafte Lächeln der unbekannten Figur, die Antonello da Messina porträtiert hat und die die Besucher des Museo Mandralisca verzaubert.
Rocca di Cefalù
Die Rocca di Cefalù ist ein kalkhaltiges Vorgebirge, das den äußersten Ausläufer der Berge der Madonie bildet. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte befestigt, wie man gut sehen kann, wenn man den steilen Weg vom historischen Zentrum aus hinaufsteigt, aber ihre Substanz ist absolut natürlich: ein Berg, unübersehbar und wunderschön, etwa 270 Meter über dem Tyrrhenischen Meer. Die Festung von Cefalù ist ein integraler Bestandteil des städtischen Profils, definiert den Horizont der Stadt und ist grundlegend für ihre Identität. Sie ist mehr als eine Festung, denn sie bietet auch eine bemerkenswerte Panorama-Route unter freiem Himmel.
Kathedrale von Cefalù
Die ab 1131 erbaute Basilika von Cefalù besteht im Inneren aus drei Schiffen auf hohen Säulen mit figürlichen Kapitellen, die spitze Bögen tragen. Im rechten Kirchenschiff befindet sich ein romanisches Taufbecken, während die Apsis, die angrenzenden Wände und das Gewölbe mit Mosaiken aus dem 12. Jahrhundert bedeckt sind, die wenige Jahrzehnte vor jenen des Doms von Monreale entstanden sind. In der Apsis sticht ein spektakulärer Christus Pantokrator hervor, das heißt „Allmächtiger“, „Herr der Welt“, „Herrscher über alles“.
Spuren jüngerer Eingriffe finden sich in den Bögen und Wänden der Schiffe, die reich an Marmor und Stuck sind, ebenso sind die Glasfenster des Kirchenschiffs und des zentralen Fensters an der Fassade das Werk eines zeitgenössischen Meisters. Der Kreuzgang der Kathedrale, der ursprünglich aus dem gleichen Jahrhundert wie die Mosaike stammt, wurde nach dem Brand im 16. Jahrhundert, durch den er zerstört wurde, teilweise wieder aufgebaut.
Museum Mandralisca
Das einzige Museum im historischen Zentrum von Cefalù ist nach einer lokalen Adelsfamilie benannt und hat seinen Ursprung in den künstlerischen, archäologischen, numismatischen und naturalistischen Sammlungen, die im 19. Jahrhundert von Enrico Piraino, dem Baron von Mandralisca, zusammengestellt wurden. Der Adelige ähnelte in keiner Weise den Figuren konservativer Adeliger, die zum Beispiel in Giuseppe Tomasi di Lampedusas Il Gattopardo vorkommen: Im Gegenteil stellte Piraino in einer Zeit, in der das Analphabetentum weit verbreitet war, ausreichende Mittel zur Verfügung, um auch eine Hochschule zu errichten und zu unterhalten.
Über die Gründerfigur hinaus ist das Museum heute vor allem für sein Porträt des Unbekannten bekannt, das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Antonello da Messina gemalt wurde. Sein Lächeln ist sowohl als Gesichtsausdruck als auch als künstlerische Leistung sehr ungewöhnlich: Es könnte ironisch erscheinen und ist es wahrscheinlich auch.
Collesano
Um nach Collesano zu gelangen – das vom Meer kommend das Tor zum Bergkamm der Madonie bildet – kann man von Cefalù aus eine weitgehend direkte Straße wählen. Es lohnt sich jedoch, zunächst entlang der tyrrhenischen Küste zu fahren, um die archäologische Stätte von Himera zu besuchen.
Die Stadt Collesano ist vor allem wegen des sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Kerns mit seiner suggestiven Atmosphäre und den wertvollen Gebäuden interessant. Hervorzuheben ist die Mutterkirche mit einem Seitenportal aus dem 15. Jahrhundert und einem bemerkenswerten Dekorationsapparat. Die touristische Bedeutung des Ortes ergibt sich vor allem durch den in der Umgebung gelegenen UNESCO-Global Geopark Madonie, einer Landschaft von schroffer Schönheit mit Burgen und Schlössern. Hier zeigt sich die umfassende Bedeutung des mittelalterlichen Siziliens, von Cefalù selbst bis zu den Petralìe und nach Nicosìa, einer antiken lombardischen Siedlung, die wie ein Banner in der Mitte der Insel gepflanzt wurde.
Petralìa Soprana
Wenn Sie von Collesano aus über die Provinzstraße 54 fahren, erreichen Sie Petralìa Soprana in etwas mehr als einer Stunde.
Das kleine Zentrum liegt auf einem Sporn mit drei wunderschönen Aussichtspunkten, die sich von der Piazza del Duomo, der Kirche von Loreto und dem Carmine aus öffnen. Bemerkenswert sind vor allem die beiden Kirchen, insbesondere die Mutterkirche, die den Heiligen Petrus und Paulus gewidmet ist.
Der Grund, warum wir oft im Plural von den Petralìe sprechen, ist, dass sich drei Kilometer weiter entlang der Provinzstraße Petralìa Sottana befindet, ein Dorf, das mit der Orangefarbenen Flagge des italienischen Touring Clubs ausgezeichet wurde.
Petralìa Sottana
Petralìa Sottana ist das einzige Dorf mit der Orangefarbenen Flagge des italienischen Touring Clubs in Sizilien. Es befindet sich im Herzen der Madonie auf fast tausend Metern Höhe und wirkt dort gut aufgehoben und erhalten, mit den mittelalterlichen Vierteln, den Palästen und Kirchen der Hauptstraße, der barocken Mutterkirche, auch Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, die ein bemerkenswertes Werk von Gagini beherbergt. Liebhaber der Geologie können im Stadtmuseum „Antonio Collisani“ Halt machen, um die geologischen Gegebenheiten des Gebiets kennenzulernen, während sich für die Aktiveren der Abenteuerpark anbietet. Eine großzügige Natur: Im Winter gibt es die Skipisten von Piano Battaglia, während Sie im Sommer lange Spaziergänge unternehmen und eine Etappe des sizilianischen Frankenwegs zurücklegen können, die genau hier vorbeiführt. Und schließlich, bevor Sie das Dorf verlassen, ein Blick auf das Meer, das von hier aus einzigartige Emotionen schenkt.
Nikosia
Das letzte Ziel unserer Route befindet sich etwa vierzig Kilometer östlich der Petralìe, entlang der Staatsstraße 120. Nikosia hat noch heute eine wichtige und lange Geschichte: bereits im siebten Jahrhundert byzantinisch, etwa zweihundert Jahre später islamisch, dann von den Normannen erobert und von den deutsch-französischen Völkern kolonisiert. Aus diesen letzten Ereignissen entstand – zwischen den spektakulären Auf- und Abstiegen unter den Felsen und dem mittelalterlichen Charme der Straßen – die Basilika S. Maria Maggiore, die zweifellos der erste Ort ist, den man besuchen sollte.