Städtisches Museum für Demografie und Anthropologie „Mauro Zelli“: Das bäuerliche Gedächtnis in der Residenz von Margarete von Österreich
In der Altstadt von Leonessa befindet sich im ehemaligen Kloster San Francesco seit 2002 das Städtische Museum „Mauro Zelli“, das der ländlichen Kultur der Hochebene gewidmet ist. Die Konventualbrüder bewohnten es von 1280 bis 1809, als sie aufgrund der napoleonischen Gesetze vertrieben wurden. Aber das ist noch nicht alles: 1550 erhielt Margarete von Österreich, die Tochter von Karl V., eine päpstliche Dispense, um hier während ihrer Aufenthalte in Leonessa ihre Residenz einzurichten. Die Einheimischen nannten sie „la Madama“.
Von den Mönchszellen zu den weiblichen Künsten
Der Rundgang ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der demo-anthropologische Bereich befindet sich in den ehemaligen Zellen der Mönche: Im ersten Saal sind Werkzeuge für die Lebensmittelproduktion ausgestellt – Pressen, Mühlsteine, Bottiche –, die von den Einheimischen gespendet wurden. Im zweiten Saal, der in Margarethas Gemächern eingerichtet wurde, sind Webstühle, Spindeln und Stickereien zu besichtigen. Eine Kuriosität: Wenn morgens die Kelle in den Wasserbecken versank, bedeutete dies, dass die Toten um Gebete baten. Jeder Gegenstand hat sein eigenes Ritual.
Archäologie in der Krypta
Im Untergeschoss des Klosters werden in der archäologischen Abteilung die Funde aus den Ausgrabungen auf der Hochebene, dem Grenzgebiet zwischen den Sabinern und den Umbrern, aufbewahrt. Ein 2001 freigelegtes Grab aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. enthielt die Überreste eines Mannes mit einem Ochsen und einer Frau mit ihrer Grabbeigabe.