Geschichte, Traditionen und Veranstaltungen rund um die Befana
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Süßigkeiten oder Kohle? Das hängt davon ab, ob Sie das Jahr über brav gewesen sind. Die Weihnachtsferien in Italien enden mit der Ankunft der Befana, der berühmtesten alten Frau der Welt, die jedes Jahr auf ihrem Besen ganz Italien besucht, um die in den Häusern im ganzen Land aufgehängten Strümpfe zu füllen. Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Geschichte und die Ursprünge der Befana, die Bedeutung der Epiphanie und die Traditionen, die mit dieser mysteriösen und faszinierenden Figur verbunden sind.
Wenn Sie erwägen, Italien am Wochenende des Dreikönigsfestes am 6. Januar zu besuchen, machen Sie sich bereit, eine einzigartige Seite der italienischen Tradition zu entdecken. Hier sind die wichtigsten Veranstaltungen rund um die Befana, von Norden bis Süden.
Bedeutung der Epiphanie zwischen christlichen und heidnischen Festen
Die Epiphanie ist ein christliches Fest, das die Erscheinung von Jesus Christus auf der Welt feiert, den Moment, in dem die drei Heiligen Könige aus Asien, Europa und Afrika nach Jerusalem kamen, um die Menschwerdung Gottes anzubeten. Westliche Kirchen feiern diesen Anlass am 6. Januar, genau 12 Tage nach dem 25. Dezember, dem Weihnachtstag. Die Etymologie von Epiphanie geht auf das Altgriechische zurück und bedeutet so viel wie göttliche Manifestation oder Erscheinung.
Die heidnische Bedeutung der Epiphanie ist jedoch mit den Versöhnungsriten für die Landwirtschaft zwischen dem 10. und 6. Jahrhundert v. Chr., also zwischen dem antiken Rom und dem Mittelalter, mit den römischen Feierlichkeiten zur Wintersonnenwende verbunden, die 12 Tage lang nach dem 25. Dezember andauerten. Jeder Tag stand für einen der 12 Monate des Jahres.
Ursprünge und Geschichte der Befana: Wie entstand ihre Figur?
Die Ursprünge der Befana, einer typischen Figur der italienischen Folklore, die mit der Weihnachtszeit verbunden ist, gehen auf alte heidnische Versöhnungsriten zurück, die von den Römern übernommen wurden. Man glaubte, dass in den 12 Nächten nach der Wintersonnenwende geheimnisvolle weibliche Gestalten auf Besen über die Felder fliegen, um künftige Ernten zu beschwören.
Aus diesen Gestalten und unter dem Einfluss der germanischen Mythologie und der christlichen Symbolik der Heiligen Drei Könige, die kamen, um dem neugeborenen Jesus Geschenke zu bringen, entstand die Legende der Befana, wie sie heute gefeiert wird: eine alte Frau, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar zu den Kindern kommt, um die am Kamin aufgehängten Strümpfe mit Süßigkeiten oder Kohle zu füllen.
Traditionelle Feste und Veranstaltungen am 6. Januar
„L'Epifania tutte le feste porta via“ (Das Erscheinungsfest beendet alle anderen Feste), eine Redensart, die sich bei den spektakulären Feierlichkeiten in Italien am letzten Tag der Weihnachtsfeiertage bewahrheitet.
In Venedig findet jedes Jahr die Regatta der Befana statt, bei der als Befana verkleidete Teilnehmer an Ruderwettkämpfen auf dem Canal Grande gegeneinander antreten, während man in Verona bei der Zeremonie „Rogo della Vecia“ eine große Puppe in Brand setzt.
Im Parco degli Acquedotti in Rom findet am 6. Januar die Veranstaltung „Corri per la Befana“(Befana-Lauf) statt, ein 10 Kilometer langes Wettkampfrennen, während man in der Nähe der Engelsburg bis zur Piazza Navona einer Kostümparade zusehen kann.
In vielen italienischen Städten, von Cervia bis Marina di Pisa, ist der 6. Januar der Moment des Sprungs der Befana: ein Gruppenbad im Meer, an dem jeder teilnehmen kann.
Und wenn Sie das Haus der Befana besuchen möchten, sollte Ihr Ziel die historische Altstadt von Urbania in der Provinz Pesaro und Urbino sein.
Die Süßigkeiten der Befana: Welche Köstlichkeiten gehören dazu?
In Italien gibt es keine Tradition, die nicht auch mit Essen verbunden wäre, und das Erscheinen der Befana macht da keine Ausnahme. Die Süßspeisen des Dreikönigstags sind in jeder Region unterschiedlich, aber Sie können sicher sein, dass Sie überall Köstlichkeiten finden werden, die nur zu diesem Fest aufgetischt werden.
Die Fugassa d'la Befana, die auf den piemontesischen Tischen nicht fehlen darf, ist eine süße Focaccia mit kandierten Früchten und Hagelzucker. Einfach und köstlich sind auch die Befanini, mit Rum aromatisierte Kekse, die in der gesamten Toskana zu finden sind.
In den Abruzzen können Sie während der gesamten Weihnachtszeit Pepatelli naschen, die Kekse mit Mandeln, Honig und einer Prise Pfeffer, während Sie im Salento unbedingt die Purcidduzzi salentini probieren müssen, die kleinen frittierten Teigkugeln, die man in verschiedenen Varianten auch in den benachbarten Regionen findet.