Übersicht
Das Städtische Mittelaltermuseum von Bologna befindet sich seit 1985 im Palazzo Ghisilardi-Fava. Die beiden ersten Säle erzählen die Geschichte des Museums: der Raum der „Wunder“ von Ferdinando Cospi, der 1675 im öffentlichen Palast eingerichtet wurde, und die „experimentelle“ Sammlung des Generals Luigi Ferdinando Marsili, die im Rahmen des Instituts der Wissenschaften (1714) eingerichtet wurde.
In der Zeit zwischen 1742 und 1743 wurde der Palazzo Poggi zum Sitz der beiden Sammlungen, die durch die Schenkung von Papst Benedikt XIV. erweitert wurden. Die in diesen Räumen ausgestellten Werke sind das Ergebnis einer typologischen Auswahl aus verschiedenen Sammlungen: Zu den exotischen Zeugnissen gehören Straußeneier, mit Gravuren verzierte Kokosnüsse und andere Gegenstände orientalischen Ursprungs oder Geschmacks.
Der Museumsrundgang setzt sich dann mit dem mittelalterlichen und frührenaissancehaften Kern fort, mit Werken, die mit denen der Stadt Bologna in Verbindung stehen, wie die „Statue von Bonifatius VIII.“, die 1301 vom Goldschmied Manno Bandini aus Siena für den öffentlichen Palast geschaffen wurde, aber auch der „S. Pietro Martire“ von Giovanni di Balduccio und die Skulpturen aus der Loggia della Mercanzia.
Es folgen die Grabdenkmäler der Ärzte, wie das, das Jacopo Lanfrani zugeschrieben wird, und die von Pier Paolo delle Masegne und Andrea da Fiesole. Zu den weiteren Skulpturen gehört die „Lastra Garganelli“, die Francesco del Cossa zugeschrieben wird.
Zu den Bronzen gehören das Modell für den „Neptunbrunnen“ von Giambologna, die „Büste von Gregor XV.“ von Bernini und der „S. Michele Arcangelo“ von Alessandro Algardi. Unter den Elfenbeinwerken befinden sich ein „Trittico“ (Dreiflügeliges Altarbild), das der Werkstatt der Embriachi angehört, und Exemplare aus Sierra Leone (15. bis 16. Jahrhundert).
Als Beweis für die blühende Produktion dekorativer Kunst gibt es im Museum auch Exemplare von Schmuck und Medaillen, Glas, Stoffen und Waffen der Familie Bentivoglio und Marsili, wie die Turnierrüstung der Familie Cospi (16. Jahrhundert). Seit 1995 umfasst der Ausstellungsrundgang auch eine bedeutende Sammlung von bolognesischen illuminierten Kodizes aus dem 13. bis 16. Jahrhundert und eine umfangreiche Sammlung von Keramiken mit 300 Stücken aus dem 13. bis 19. Jahrhundert.