Bologna, die grünen Orte, die man sich nicht entgehen lassen sollte
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Nicht jeder weiß, dass außer der Altstadt von Bologna noch weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen sind. In der Tat verbergen sich in der Stadt und ihrer Umgebung einzigartige grüne Orte: Berglandschaften, Gärten und Parks zum Entspannen, Rad- und Wanderwege, um sich fit zu halten. Hier finden Sie einige Orte, an denen Sie in die Natur eintauchen und sich erholen können.
Der Park der Villa Ghigi
In diesem Park wechseln sich bewirtschaftete und naturbelassene Bereiche ab und bieten die Möglichkeit zu ruhigen Spaziergängen und schönen Ausblicken auf die Stadt, die in Luftlinie vom Zentrum aus leicht zu erreichen ist. Er wird seit 2004 von der Stiftung Villa Ghigi verwaltet und ist aufgrund seiner Vielfalt ein repräsentatives Beispiel für die Hügellandschaft Bolognas. Die Stiftung Villa Ghigi stellt Karten und Anschauungsmaterial zur Verfügung und bietet in regelmäßigen Abständen Führungen zu den jahrzeitlichen Vegetationszyklen an. Und nach einem langen Spaziergang können Sie sich im Casa del Custode, dem Haus des Hüters, der Erfrischungsstation im Park der Villa Ghigi, stärken.
Margherita-Gärten
Die Margherita-Gärten sind die grüne Lunge des Zentrums von Bologna. Sie sind der meistbesuchte Stadtpark und mit seinen 26 Hektar auch der größte.
Botanischer Garten
Der Botanische Garten der Universität Bologna ist einer der ältesten in Italien und geht auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Nach mehreren Umzügen fand er seinen endgültigen Standort in der Via Irnerio 42, im Herzen des Universitätsviertels. Verpassen Sie nicht die Rekonstruktion natürlicher Umgebungen, in denen Pflanzenarten in ähnlicher Weise miteinander verbunden sind, wie es in der Natur geschieht. Der Garten verfügt auch über vier Gewächshäuser, zwei tropische und zwei mit Sukkulenten. Neben der überwiegend didaktischen Tätigkeiten, die sich an Universitäten und Schulen, Verbände und Besuchergruppen richtet, betreibt der Botanische Garten eine intensive Förderung der Forschung.
Oasi La Rizza
Viele der eindrucksvollsten und ungewöhnlichsten Orte befinden sich im Stadtgebiet, nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt. In der Ebene können Sie zum Beispiel die wunderbare Oase La Rizza entdecken, ein Naturschutzgebiet des ehemaligen Reisfelds von Bentivoglio. In der Oase können Sie zahlreiche Arten von sesshaften und Zugvögeln bewundern, wie den Graureiher, den Silberreiher, den weißen Storch und viele andere, die hier zwischen Inseln, Ufern und Schilfgebieten Schutz finden. Die Innenbereiche der Oase wurden mit Besichtigungspfaden, Fuß- und Radwegen sowie Beobachtungshütten und Abschirmungen ausgestattet, um die Ruhe der gegenwärtigen Fauna zu wahren und das lokale Ökosystem bestmöglich zu schützen.
Historischer Park von Monte Sole
Wenn Sie den Apennin erklimmen, können sie den historischen Park Monte Sole erkunden, der leider für das Massaker von 1944 durch die Nazifaschisten bekannt ist. Seit 1989 befindet sich in dem Schutzgebiet, dessen Hauptziel neben der Wahrung und Aufwertung des Umwelterbes die Verbreitung einer Friedenskultur ist, die sich vor allem an die jüngeren Generationen richtet. Die „Memorial-Route“ führt zu den symbolischen Stätten des Massakers und den Gipfel des Monte Sole mit den Stelen zum Gedenken an die Partisanen, die während des Befreiungskrieges in diesen Tälern ihr Leben geopfert haben. Der Park zeichnet sich auch durch die 936 erfassten Blumenarten (etwa ein Drittel der floristischen Vielfalt der Emilia-Romagna) und eine reiche und vielfältige Tierwelt aus. Für eine Mittagspause im Grünen bietet sich das Poggiolo di Monte Sole an, ein Hotel und Restaurant auf 450 Metern Höhe, das perfekt in eine geschützte natürliche Umgebung integriert ist. Hier können Sie typische Bologneser Nudelgerichte und Hauptgerichte mit Fleisch und Wild in einem gemütlichen und familiären Ambiente genießen. Der Barservice ermöglicht es den Besuchern des Monte Sole Parks, eine süße Pause mit hausgemachten Kuchen einzulegen oder um sich einen Snack für ein in der letzten Minute organisiertes Picknick zu besorgen. Im Poggiolo finden Sie auch sämtliches Informationsmaterial über die Geschichte des Monte Sole sowie über die Fauna und Flora des Parks.
Corno alle Scale
Corno alle Scale ist nicht nur ein Berg im toskanisch-emilianischen Apennin, sondern auch ein bekanntes Skigebiet. Es liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Lizzano in Belvedere und ist ein großes natürliches Amphitheater, das sich von den 1.945 Metern des Corno alle Scale bis zum suggestiven Lago Scaffaiolo erstreckt. Der Regionalpark bestätigt die naturalistische Bedeutung des Ortes, dank der interessanten geologischen und mineralogischen Gebiete und der üppigen Flora und Fauna, die ihn zu einem idealen Ziel nicht nur für Skifahrer, sondern auch für viele Wanderer machen, die gerne im Freien spazieren gehen oder sich mit dem Fahrrad fortbewegen.
Via degli Dei, Via della Lana e della Seta
Das Gebiet um Bologna bietet auch spektakuläre Routen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können. Auf dem toskanisch-emilianischen Apennin können Sie eine Reise durch Natur und Geschichte unternehmen, indem Sie der Via degli Dei und der Via della Lana e della Seta folgen. Die Via degli Dei ist eine Wanderroute, die die Städte Bologna und Florenz über den toskanisch-emilianischen Apennin verbindet. Heute ist die Via degli Dei zu einer der wichtigsten Touristenattraktionen des Apennins geworden, auf dem Weg treffen Sie auf Orte, die reich an Geschichte und Kultur sind, einschließlich Essen und Wein, wunderschöne Landschaften und endlose Naturparks. Darüber hinaus ist sie dank ihrer Vielseitigkeit sowohl für Trekking- als auch für Mountainbike-Liebhaber geeignet, die ihre eigene individuelle Route erstellen können. Der gesamte Weg von Bologna nach Florenz stellt keine großen Schwierigkeiten dar und kann in vier/sechs Tagen zu Fuß oder in zwei/drei Tagen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.
Die Via della Lana e della Seta ist eine sechstägige Trekkingroute, die die Städte Bologna und Prato verbindet und die Entdeckung der Schönheiten des Gebirgsgebiets mit dem großen kulturellen Erbe der beiden Städte verbindet. Diese Route, die sich durch mittelalterliche Architektur und industrielle Archäologie im Zusammenhang mit der Textilverarbeitung auszeichnet, bringt zwei Städte in Verbindung, die bereits durch ihre Produktionsgeschichte vereint sind: Bologna, die Stadt der Schleuse und Kanäle, seit Jahrhunderten Hauptstadt der Seide, und Prato, die Stadt des Cavalciotto, der Gore und der Gualchiere, Hauptstadt des Woll- und Textilbezirks.
Rocchetta Mattei
Das Juwel des toskanisch-emilianischen Apennins, die Rocchetta Mattei, liegt an der Straße zwischen Bologna und Porretta Terme. Sie wurde im 19. Jahrhundert von Graf Cesare Mattei auf den Überresten einer alten mittelalterlichen Burg von Mathilde von Canossa erbaut und ist durch einen eklektischen Stil gekennzeichnet, der gotisch-mittelalterliche und maurische Einflüsse vereint, um ein Gebäude mit einem einzigartigen und kuriosen Aussehen zu schaffen, das an die Alhambra von Granada und die Kathedrale von Cordoba erinnert. Nach den Plänen des Grafen sollte La Rocchetta die Wiege seiner Erfindung, der Elektro-Homöopathie, werden, einer Form der alternativen Medizin, die mit natürlichen Kräutern und einer geheimen Zubereitungsmethode jedes Leiden heilen sollte. Der Ruhm der Elektrohomöopathie war so groß, dass auch Dostojewski in „Die Brüder Karamasow” die Bekanntheit unterstreicht, als er dem Teufel erzählen lässt, dass er dank eines Buches und der Tropfen des Grafen Mattei von schrecklichem Rheuma geheilt werden konnte.
Dozza
In der Umgebung von Imola sollten Sie unbedingt das mittelalterliche Dorf Dozza besuchen, das zu den hundert „schönsten Dörfern Italiens“ zählt. Es liegt südlich von Bologna, 6 km von Imola entfernt. Dozza ist vor allem für die Biennale für zeitgenössische Kunst „Muro Dipinto“ (bemalte Wand) bekannt, die das Dorf in ein Freilichtmuseum verwandelt, in dem Werke bekannter Künstler die Wände des Dorfes bedecken. Sie können Dozza keinesfalls verlassen, wenn Sie nicht die regionale Vinothek besucht haben. In den eindrucksvollen Untergeschossen der Rocca Sforzesca befinden sich über 800 ausgewählte Etiketten, die ausgestellt und zum Verkauf angeboten werden. Die Route ist nach dem Kriterium der Speisen organisiert, zu denen man die Weine trinkt. Die Räumlichkeiten beherbergen auch eine Weinbar für Verkostungen, die von professionellen Sommeliers geleitet werden.