Monghidoro, der Geburtsort von Gianni Morandi, ist weit mehr als nur ein Dorf in den Apenninen. Es ist ein lebendiges Tourismus- und Handelszentrum, in dem Geschichte, Natur und Traditionen auf harmonische Weise miteinander verschmelzen. Strategisch günstig an der Grenze zwischen der Emilia-Romagna und der Toskana gelegen, war diese alte Verbindung zwischen der Poebene und Mittelitalien jahrhundertelang eine der wichtigsten Durchgangsstraßen des nördlichen Apennins.
Die Ursprünge des Ortes reichen bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. zurück. Zu dieser Zeit ließen sich die Goten hier nieder und gaben dem Ort den Namen Mons Gothorum („Berg der Goten“), von dem sich der heutige Name Monghidoro ableitet. Im Mittelalter war das Dorf hingegen unter dem Namen „Scaricalasino“ bekannt. Die Maultiertreiber mussten hier ihre Waren für die Grenzkontrollen entladen. So entstand der malerische Name, der vom Handel und den Bergpässen zeugt.
Heute ist Monghidoro eine wahre Schatztruhe der Natur. Seine Wanderwege führen durch grüne Landschaften, vorbei an ländlichen Dörfern und alten religiösen Gebäuden, bis hin zum eindrucksvollen Parco del Castellaccio. An dieser Stelle befand sich einst das mittelalterliche Castrum, der Sitz des Capitanato della Montagna.
Zu den Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte, gehören die Alpe di Monghidoro und der Parco La Martina, der als Herzstück der lokalen Wanderungen gilt. Hier kreuzen sich wichtige Wanderwege wie die Via Mater Dei und die Alta Via dei Parchi, die sowohl für erfahrene Wanderer als auch für Liebhaber ruhiger Spaziergänge geeignete Routen bieten.
Die Alpe erstreckt sich von den Quellen des Flusses Savena bis zu den toskanischen Bergkämmen und ist ein Mosaik aus Buchen-, Kastanien-, Farn- und Nadelwäldern. Entlang des Savena trifft man auf alte Mühlen, die von jahrhundertelanger Getreideverarbeitung zeugen. In Monte Oggioli erwartet uns der Triton’s Park, ein Abenteuerpark mitten im Grünen mit einem kostenlosen Picknickbereich und einem malerischen Teich, der von Molchen bevölkert wird.
Auch das architektonische und religiöse Erbe ist reichhaltig. Die Kirche Santa Maria Assunta wurde erstmals 1256 urkundlich erwähnt, im Krieg zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Sie beherbergt ein prächtiges Gemälde der Unbefleckten Empfängnis mit Heiligen aus dem Jahr 1685 des Malers A. Burrini. An die Kirche grenzt der elegante Olivetaner-Kreuzgang der Zisterne, der heute ein idealer Ort für Sommerkonzerte ist.
In dem nahe gelegenen Ortsteil Campeggio befindet sich die Wallfahrtskirche Madonna di Lourdes, die für ihre Nachbildung der französischen Grotte bekannt ist. Im Jahr 2025 wurde die Wallfahrtsstätte als „Jubiläumsort” anerkannt und beherbergt eine Ausstellung, die dem Grafen Acquaderni gewidmet ist, einer bedeutenden Persönlichkeit der Kirchengeschichte.
Ein weiteres Highlight ist das kleine, aber wertvolle Museum der bäuerlichen Kultur des Apennins in Piamaggio, das einen Einblick in das Leben in den Bergen von einst bietet.
40063 Monghidoro BO, Italien