Übersicht
Via Giudecca und Via degli Ebrei sind das Herz des antiken Ghettos, in dem bis zum Ende des 15. Jahrhunderts eine der größten und wohlhabendsten jüdischen Gemeinden Siziliens lebte, deren Ursprünge auf die Blütezeit der Stadt im Mittelalter zurückgehen, als sie das Zentrum des Mittelmeerhandels war. Zur Zeit der Vertreibung der Juden 1492 zählte die Gemeinde etwa 2000 Personen und genoss besondere Privilegien: So hatten die ersten jüdischen Korallenhändler Häuser außerhalb des Ghettos und konnten sich frei in der Stadt bewegen. Heute wird die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Einwohner durch den Namen des Hauptgebäudes, des Palazzo Giudecca, auch „lo Spedaletto“ genannt, wachgehalten. Er wurde im 16. Jahrhundert von der Familie Ciambra erbaut und später umgebaut. Das große Bogenportal ist noch erhalten, ebenso wie die Fassade mit rustikalen Quadersteinen und Fenstern im katalanischen Stil.