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Paradebeispiel des Veltliner Barocks
Die im Herzen von Bormio gelegene Kirche Santi Gervasio e Protasio ist der wichtigste Sakralbau der Gegend. Sie wurde zwischen 1628 und 1641 nach einem Projekt von Gaspare Aprile da Lugano auf den Überresten eines früheren hochmittelalterlichen Gebäudes errichtet und verfügt über eine Fassade, die Ausdruck des nüchternen Veltliner Barocks ist, obwohl die beiden kleinen Portale aus weißem Marmor aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Das Innere besteht aus einem einzigen Raum mit acht Seitenkapellen und einem tiefen Hochaltarraum, der von einer flachen Wand umgeben ist. Die barocke Prägung spiegelt sich auch in den hellen Stuckarbeiten und Holzmöbeln wider, von den Altären bis zum Ziborium, von der Kanzel bis zum Chor. Von besonderem Interesse ist die Skulpturengruppe der Trauernden in der Kapelle unter der Orgel, die aus sieben Statuen besteht, die 1647 von Giovanni Pietro Della Rocca geschaffen wurden und in Nischen um einen toten Christus gruppiert sind, der als verschollen galt, aber vor kurzem in einer kleinen Veltliner Pfarrei gefunden wurde.
An den Altären und Wänden hängen viele Gemälde auf Leinwand in verschiedenen Stilen aus unterschiedlichen Epochen: Man beachte die beiden Gemälde mit Szenen, die an die namensgebenden Heiligen erinnern und 1720 von Giuseppe Prina aus Bergamo geschaffen wurden. Im Gewölbe des Korridors, der die Sakristei mit dem Pfarrhaus verbindet, sind Fresken aus dem Jahr 1393 zu sehen, die einen Christus Pantokrator und eine stillende Muttergottes sowie Apostel und Propheten darstellen, die zu den ältesten in Bormio gehören.
Piazza Cavour, 18, 23032 Bormio SO, Italia