Es ist das weltweit einzige Zeugnis eines spätantiken Baptisteriums, das dem arianischen Glauben gewidmet ist. Die Mosaike mit ihrem abstrakten und leuchtenden Goldhintergrund heben die Details hervor, die diese religiöse Lehre von der orthodoxen unterschieden.
Ein Juwel aus der Zeit Theoderichs im Herzen von Ravenna
Das Baptisterium befindet sich in der historischen Fußgängerzone von Ravenna. Es wurde unter der Herrschaft von Theoderich ab 493 n. Chr. errichtet, als der Arianismus zur offiziellen Religion wurde.
Mitte des 6. Jahrhunderts wurde sie auf Geheiß des orthodoxen Kaisers Justinian in ein katholisches Oratorium umgewandelt und der Jungfrau Maria geweiht.
Das aus schlichten roten Ziegeln errichtete Gebäude hat einen achteckigen Grundriss, der durch vier kleine halbrunde Apsiden an den Himmelsrichtungen aufgelockert wird. Ursprünglich war es viel komplexer: Rundherum verlief nämlich ein überdachter Korridor (Ambulatorium), der heute leider nicht mehr vorhanden ist.
Ein feierliches und stilles Mosaik
Nach dem Betreten der Kirche können wir in der Mitte der Kuppel die Szene der Taufe Christi bewundern.
Christus wird nackt, jung und bartlos dargestellt. Er taucht in das klare Wasser des Jordans ein, der als Mann mit zwei roten Krebsscheren auf dem Kopf und einem Schilfrohr in der Hand dargestellt ist. Der Heilige Johannes der Täufer, barfuß und in Tierhaut gekleidet, legt seine Hand auf das Haupt Christi. Über ihnen fliegt eine Taube, das Symbol des Heiligen Geistes.
Als Rahmen dient die von Petrus und Paulus angeführte Apostelprozession, die auf einen mit Edelsteinen und Perlen geschmückten Thron zusteuert. Petrus, mit Bart und weißem Haar, hält in seiner linken Hand die Schlüssel zum Himmelreich. Paulus hingegen, mit kahl werdendem Haar und einem dunklen Philosophenbart, hält die Schriftrollen des Gesetzes hoch. Die anderen Apostel schreiten voran, getrennt durch wunderschöne Palmen mit Datteln, die an das Paradies erinnern. Auf dem Thron, der in goldenen Mosaiksteinen erstrahlt, thront triumphierend das mit Juwelen überzogene Kreuz, das Symbol für Christus, den über den Tod siegreichen Menschen. Das Innere des Baptisteriums war reich an Marmor, Stuck und Mosaiken.
Unter dem Bodenbelag wurden nämlich ganze 170 kg Emaille- und Goldfliesen gefunden.