Castel del Monte, die Festung der Geheimnisse in Andria
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Castel del Monte, ein Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und voller Symbole und Geheimnisse ist.
Sind Sie bereit, sie alle zu entdecken?
Was ist das Castel del Monte und wo befindet es sich?
Castel del Monte ist eines der Wahrzeichen Apuliens, eine mittelalterliche Festung aus dem 13. Jahrhundert auf der westlichen Hochebene der Murge am Rande der schönen Stadt Andria an der süditalienischen Adriaküste.
Das Castel del Monte in Andria wurde von Friedrich II. auf einem Hügel 540 Meter über dem Meeresspiegel erbaut und gilt als brillantes Beispiel mittelalterlicher Architektur. Es spiegelt die humanistische Kultur und die umfassende Bildung seines Gründers, des Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Königs von Sizilien, wider.
Geschichte und Informationen zum Castel del Monte
Friedrich II. von Schwaben ist eine der faszinierendsten Gestalten der mittelalterlichen Geschichte, umgeben von einer Aura des Geheimnisvollen und Protagonist zahlreicher Legenden. Friedrich II., der Mann, der sich für Mathematik, Poesie, Philosophie und Astronomie begeisterte, war von einem kosmopolitischen Geist beseelt: Als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und später als König von Sizilien empfing er griechische, arabische, italienische und jüdische Gelehrte an seinem Hof.
Friedrich II. von Schwaben ließ während seiner Herrschaft zahlreiche Schlösser in ganz Süditalien errichten, doch im Castel del Monte spiegeln sich die wichtigsten Aspekte dieses Herrschers und seiner Leidenschaften wider.
Das Castel del Monte wurde ab 1240 mit äußerster geometrischer und mathematischer Strenge erbaut und vereint verschiedene Stilelemente, von der romanischen Löwenskulptur am Eingang über die gotische Einfassung der Fenster und Portale bis hin zur klassischen Kunst der Friese im Inneren und der islamischen Raffinesse der Mosaike. Auch der Standort ist kein Zufall: Er wurde so gewählt, dass zu bestimmten Jahreszeiten besondere Licht- und Schatteneffekte entstehen.
Warum das Castel del Monte zur UNESCO-Stätte wurde
Die Festung Castel del Monte, die untrennbar mit Friedrich II. von Schwaben verbunden ist, ist ein Beispiel mittelalterlicher Architektur, in der sich die humanistischen Ideen des Kaisers widerspiegeln und in der sich Elemente der klassischen Architektur harmonisch mit den für die arabische Architektur typischen Ornamenten verbinden.
Die formale Perfektion des Bauwerks veranlasste die UNESCO, es 1996 zum Weltkulturerbe zu erklären und Friedrich II. als einen der Wegbereiter des modernen Humanismus zu würdigen.
Sehenswürdigkeiten in Castel del Monte
Die formale Perfektion des Castel del Monte ist schon von weitem sichtbar, wenn man von Andria kommend in den Nationalpark Alta Murgia einfährt und sich dem Hügel nähert, auf dem es steht. Das erste, was einem auffällt, ist das Fehlen eines der typischen Elemente der mittelalterlichen Architektur, des Wassergrabens, und der eigentümliche achteckige Grundriss des Castel del Monte, der diese Festung auszeichnet.
Die achteckige Grundrissform, die dem Castel del Monte das Aussehen einer eleganten steinernen Krone verleiht, findet sich in allen Räumen des Schlosses wieder. Im Erdgeschoss und im ersten Stock befinden sich jeweils acht Räume. Acht Türme umgeben das Gebäude, die alle einen achteckigen Grundriss haben und an den acht Ecken des Grundrisses stehen.
Diese obsessive Wiederholung der Zahl 8 macht die Festung Castel del Monte zu einem esoterischen Ort, der seit Jahrhunderten die größten Gelehrten fasziniert. Die Geheimnisse der Festung enden jedoch nicht hier, sondern werden während der Besichtigung nach und nach enthüllt. Man betritt das Gebäude durch das Haupttor, einen großen Bogen im arabischen Stil mit einem griechisch-römischen Tympanon und zweibogigen Fenstern im gotischen Stil.
Die hellen Farben der Fassaden aus Kalkstein und weißem Marmor prägen auch das Innere, das von den alten Verzierungen befreit wurde. Das Licht, das das Erdgeschoss erhellt, kommt aus acht einbogigen Fenstern auf jeder der acht Seiten des Grundrisses. Die gleiche Anzahl von Fenstern findet sich auch im Obergeschoss, allerdings mit einem kleinen Unterschied: Sieben Fenster sind mit Pfosten versehen, während nur ein Fenster, das nach Andria blickt, in drei Öffnungen unterteilt ist.
Die beiden Ebenen der Festung sind im Inneren durch Wendeltreppen verbunden, die sich in drei der Türme befinden, die das Gebäude umgeben. Wer schon andere Bauten aus dieser Zeit besichtigt hat, wird ein weiteres interessantes Detail bemerken: Die Wendeltreppen mit jeweils 44 Stufen sind gegen den Uhrzeigersinn angeordnet, was den damaligen Regeln des Wehrbaus widerspricht, da die Soldaten, die die Burg verteidigen sollten, ihre Waffen in der linken Hand halten mussten.
Dieses Detail ist nur eines von vielen, das die Forscher veranlasst hat, die Hypothese zu verwerfen, dass das Castel del Monte jemals als Verteidigungsanlage gedient habe. Die Mauern und der Graben fehlen, die Öffnungen sind zu schmal und das gesamte Gebäude befindet sich nicht in einer strategischen Position.
Wozu diente also das Castel del Monte? Viele Hypothesen und wenig Gewissheit: ein abgeschiedener Ort, um in das Studium einzutauchen, nach dem Vorbild des arabischen Vergnügens, Wohn- und Repräsentationsort.