In der Toskana wird Schönheit nicht nur betrachtet, sondern auch getragen, verarbeitet und weitergegeben.
Inmitten von Handwerksbetrieben, Ateliers, Museen und großen internationalen Veranstaltungen ist die Mode ebenso Teil der Landschaft wie die Kunst und die Architektur.
Es ist eine Geschichte, die aus Handwerkskunst, Forschung und einer Stilvision entsteht, die Tradition und Moderne miteinander verbindet.
Florenz ist das Herzstück dieser Geschichte. Hier veranstaltete der Unternehmer Giovanni Battista Giorgini 1951 in der Villa Torrigiani die erste Modenschau der italienischen Haute Couture, die später in der Sala Bianca des Palazzo Pitti wiederholt wurde. Journalisten und Einkäufer aus der ganzen Welt entdeckten bei dieser Gelegenheit die Eleganz des Made in Italy und trugen zu seiner weltweiten Anerkennung bei.
Noch heute beherbergt die Stadt bedeutende Modehäuser und ist Schauplatz von Messen und Veranstaltungen, die Modefans und Fachleute anziehen und jeden Besuch zu einer Reise durch Stil, Kultur und Kreativität machen.
Boutiquen, Werkstätten und handwerkliche Tradition
Der historische Stadtkern von Florenz ist ein wahres Einkaufsparadies: Die Boutiquen der großen italienischen und internationalen Marken befinden sich entlang der Via de’ Tornabuoni, der Via della Vigna Nuova, der Piazza Strozzi, der Via Roma und in den umliegenden Straßen.
Neben den großen Marken verfügt Florenz über ein dichtes Netz an Handwerksbetrieben, die auf beiden Seiten des Arno verteilt sind. An der Ponte Vecchio reihen sich die historischen Goldschmiedegeschäfte aneinander, während die Viertel rund um die Piazza Santa Croce, Borgo dei Greci und San Lorenzo für ihre Lederwaren berühmt sind, die zu den bekanntesten Produkten der toskanischen Tradition zählen.
Antiquitätenliebhaber können Borgo Ognissanti, die Via de’ Fossi und die Via Maggio im Stadtteil Oltrarno erkunden, wo es auch kleine Läden gibt, die traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischen Kreationen verbinden.
Die Geschichte des italienischen Stils wird auch in den Museen erzählt
In Florenz beherbergt das Museum für Mode und Kostüme im Palazzo Pitti mehr als sechstausend Kleidungsstücke und Accessoires aus dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, darunter Raritäten wie die Grabkleidung von Cosimo I. de’ Medici und Eleonora von Toledo sowie Kreationen großer italienischer Modeschöpfer. Zu den ausgestellten Stücken gehören eine Flapper-Tunika von Chanel aus den 1920er-Jahren, Abendkleider von Elsa Schiaparelli und die raffinierten Kreationen von Emilio Schubert, dem Schneider großer Filmdivas wie Gina Lollobrigida und Sophia Loren. Außerdem sind die gewagten, geometrischen Formen des berühmten Kleids, das Gianni Versace Anfang der 1980er-Jahre für Patty Pravo entwarf, das schwarze Etuikleid von Jean Paul Gaultier, das durch Madonna zu einer Ikone wurde, und die spektakulären Kleider, die Gianfranco Ferré in den 1990er-Jahren für Dior entwarf, zu sehen.
Auf der Piazza della Signoria kann man im Palazzo della Mercanzia – auch Palazzo Gucci genannt – die Galleria Gucci besichtigen.
Der Ausstellungsraum zeichnet die Geschichte des Hauses anhand von Reiseaccessoires, ikonischen Taschen, Werbekampagnen und Abendkleidern nach.
Im mittelalterlichen Palazzo Spini Ferroni befindet sich das Museo Salvatore Ferragamo, das der Persönlichkeit des berühmten Designers und seinem Modehaus gewidmet ist. Die wechselnden Ausstellungen schöpfen aus einem Archiv mit mehr als zehntausend Modellen, darunter der berühmte Kork-Keilabsatzschuh und Kreationen für Hollywood-Stars.
In Prato feiert das Textilmuseum die lokale Textiltradition mit Sammlungen, die von antiken Stoffen bis hin zu zeitgenössischen Kreationen reichen. In San Giuliano Terme verwahrt die Fondazione Cerratelli eine außergewöhnliche Sammlung von Theater- und Filmkostümen, die von einer seit dem frühen 20. Jahrhundert bestehenden Schneidertradition zeugen. Heute umfasst das Kulturerbe etwa 30.000 Kleidungsstücke, eine einzigartige Reise durch die Geschichte der Handwerkskunst und des internationalen Showbusiness.
In Arezzo erzählt das Museo UNOAERRE die Geschichte der italienischen Goldschmiedekunst auf einem Rundgang, der Industriearchäologie und kostbare Kreationen verbindet. Historische Maschinen, Originalzeichnungen und Hunderte von Schmuckstücken – einige davon Unikate – veranschaulichen die Entwicklung des Stils, vom Art déco bis hin zu zeitgenössischen Experimenten. Eine Reise durch Kunst, Design und Handwerkskunst, die die sozialen und kulturellen Veränderungen des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.
Im Casentino beherbergt das Museum für Wollkunst in Stia Fotografien, Muster, Maschinen und symbolische Gegenstände, die mit der Arbeit verbunden sind, bis hin zu Kleidungsstücken aus Panno di Casentino, dem historischen Stoff der Region. Ein Erlebnis, das es Ihnen ermöglicht, die Techniken der Wollverarbeitung kennenzulernen und hautnah zu erleben.
Internationale Events und Veranstaltungen
In Florenz findet auch die Pitti Immagine Uomo statt, eine der wichtigsten Veranstaltungen der internationalen Herrenmode. Neben dieser Veranstaltung finden auch die Pitti Immagine Bimbo, die Pitti Immagine Filati und die Pitti Immagine Fragranze statt, eine Veranstaltung, die der Welt der Parfüms gewidmet ist.
Bei diesen Gelegenheiten erobert die Mode die Stadt mit Modeschauen, Veranstaltungen und Abenden, an denen Geschäfte, historische Palazzi und moderne Räumlichkeiten beteiligt sind.