Übersicht
Die Familie Fodri war eine der mächtigsten Cremoneser Kaufmannsdynastien der Sforza-Zeit, und ihr Vertreter Benedetto war ein kultivierter humanistischer Intellektueller. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Eleganz ihres Palastes, der zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert in der Stadt gebaut wurde, sowohl von der Kompetenz der verantwortlichen Ingenieure (der lokalen Familie De Lera) als auch von dem geschickten Einfluss des Bauherrn abhing. Schon an der Fassade fallen das Marmorportal und die Terrakotta-Friese auf, aber vor allem der trapezförmige, an drei Seiten mit Säulengängen versehene und ebenfalls mit Terrakotta verzierte Innenhof ist der Auslöser für Handykameras. Das schützende Dachgesims begünstigte die Erhaltung der Fresken aus der Bauzeit.
Um den Palazzo Fodri von der Piazza del Comune aus zu erreichen, nehmen Sie hinter dem Dom die Via Mercatello und biegen dann rechts in den Corso Mazzini und Corso Matteotti ein. Nimmt man statt des Corso Matteotti die Via Gerolamo da Cremona, gelangt man zur ehemaligen Kirche San Lorenzo und zum Archäologischen Museum mit Ausgrabungsfunden aus der römischen Stadt, mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs aus jener Zeit, Fragmenten von Skulpturen, Statuen und Mosaiken. Das Museum gehört zu den wenigen auf der Welt, die nicht nur Sehbehinderte und Blinde, sondern auch Menschen mit geistigen Behinderungen willkommen heißen können. Der Zivilisation sollten in der Tat keine Grenzen gesetzt sein.
In der weit entfernten Via Speciano steht die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, deren Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückgehen und in der sowohl mittelalterliche Fresken als auch Holzarbeiten aus dem 17. bis 18. Jahrhundert erhalten sind. In den mittleren Monaten des Jahres, besser gesagt an den Wochenenden, wird der Besuch von Freiwilligen des Italienischen Touring Clubs im Rahmen einer der Initiativen Aperti per Voi (Offen für Sie) vermittelt.