Lo Straccio in Itri: Der Stadtteil am Fuße der Burg, der an der Via Appia entstanden ist
Lo Straccio ist eines der ältesten Viertel von Itri im Süden der Pontinischen Ebene. Es entstand entlang des Abschnitts der Via Appia, der am Fuße der mittelalterlichen Burg vorbeiführt, und stellt einen der ursprünglichen Ortskerne dar. Der Name ist wahrscheinlich auf den Handel mit Stoffen und Lumpen zurückzuführen, der entlang der Konsularstraße stattfand. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches wurde das Viertel aufgegeben, da es zu exponiert und schwer zu verteidigen war, und es wurde erst im Mittelalter wieder besiedelt.
Zwischen Gassen und Geschichte
Heute hat sich Lo Straccio seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt: enge Gassen, dicht aneinander gereihte Steinhäuser und steile Treppen, die zur Burg hinaufführen. Es ist eines der charakteristischsten Viertel der historischen Altstadt von Ischia, zusammen mit den Stadtteilen Sant‘Angelo, San Gennaro und Madonna delle Grazie. Wie im restlichen Teil des Ortes zeugt auch hier die Architektur von jahrhundertelangen Einflüssen: Römer, Langobarden, Normannen und das Haus Anjou. Die Porta Mamurra, das Haupttor der Altstadt, ist nur wenige Schritte entfernt.
Das Freudenfeuer am 19. März
Jedes Jahr nimmt Lo Straccio zum Fest des Heiligen Josef an den „Fuochi di San Giuseppe“ teil, einer jahrhundertealten Tradition, bei der in allen Stadtvierteln Freudenfeuer entzündet werden, um das Ende des Winters zu feiern. Jedes Viertel veranstaltet sein eigenes Feuer, bietet Verkostungen an – im Falle von Lo Straccio die klassische Zeppolata – und es gibt volkstümliche Musik. Ein heimlicher Wettkampf um das höchste Lagerfeuer, der seit Generationen ausgetragen wird.