Santissima Annunziata in Gaeta: Zwischen Gotik, Barock und der Grotta d’Oro
Im Jahr 1320 wurde die Kirche chiesa dell’Annunziata außerhalb der Stadtmauern in der Nähe des Meeres erbaut und teilweise von den Bürgern mit dem „Quartuccio“ finanziert: dem vierten Teil des Fangs, den die Fischer des Golfs für die gute Sache abgaben. Zweihundert Jahre später verwandelten die Lazzari (drei Generationen neapolitanischer Architekten und Marmorarbeiter) sie in ein gotisches Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, das mit barocker Dekoration versehen wurde.
Sehenswertes in der richtigen Reihenfolge
Die Kirche zeichnet sich durch ihre vertikale Ausrichtung mit einem einzigen Kirchenschiff aus, das in fünf Joche mit Spitzbögen unterteilt ist. Das Presbyterium wird von einem gotischen Gewölbe überspannt. In der Apsis dominiert das Polyptychon aus dem 16. Jahrhundert von Andrea Sabatini aus Salerno. Im Kirchenschiff befinden sich zwei Gemälde von Luca Giordano (Kreuzigung und Anbetung der Hirten) auf Marmoraltären von Dionisio Lazzari. Im linken Chorraum steht die De-Martino-Orgel aus den Jahren 1685–1689. Die Wände des Chors werden von zwei großen Gemälden geziert, die von Sebastiano Conca stammen, der in Gaeta geboren wurde.
Die Grotta d'Oro
Setzt man die Besichtigung im östlichen Teil des Gebäudes fort, gelangt man zur Grotta d'Oro, einem Raum mit separatem Eingang zur Via Annunziata. Das Tonnengewölbe mit vergoldeten Holzkassetten beherbergt 19 Tafelbilder von Criscuolo mit Szenen aus dem Leben Christi und der Madonna, während das Altarbild von Scipione Pulzone stammt. Hier verbrachte Pius IX., der zwischen 1848 und 1849 in Gaeta im Exil lebte, viele Stunden im Gebet und bereitete das vor, was 1854 zum Dogma der Unbefleckten Empfängnis wurde. Seit 2009 ist die Kirche eine Wallfahrtskirche, die partnerschaftlich mit Lourdes verbunden ist.