Montagna Spaccata und die Höhle des Türken in Gaeta: Zwischen Glaube, Legenden und sarazenischen Piraten
Auf dem Kap Monte Orlando im Regionalpark Parco Regionale Riviera di Ulisse befindet sich die Montagna Spaccata, einer der einzigartigsten Orte an der Küste Latiums. Drei vertikale Spalten durchziehen den Kalksteinfelsen hoch über dem Meer: Der Überlieferung nach sollen sie sich zum Zeitpunkt des Todes Christi aufgetan haben. Hier gründeten die Benediktinermönche im 11. Jahrhundert das Santuario della Santissima Trinità (Wallfahrtskirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit), das noch heute Pilger und Besucher empfängt.
Der Handabdruck im Fels
Wenn man die Treppe hinuntergeht, die den mittleren Spalt durchquert, stößt man auf die sogenannte Hand des Türken: fünf Fingerabdrücke, die in die Wand geprägt sind. Die Legende erzählt von einem sarazenischen Seemann, der ungläubig über den wundersamen Ursprung der Spalte seine Hand an den Felsen stützte, wobei das Gestein unter seinen Fingern weich geworden sein soll. Geologen sprechen von Karstphänomenen, die auf das Abfließen von Regenwasser zurückzuführen sind.
Die über dem Meer schwebende Kapelle
Im Jahr 1434 löste sich ein Felsblock von der Wand und klemmte sich zwischen die beiden Wände des Spalts, etwa 40 Meter über dem Meeresspiegel. Darüber wurde die Cappela del Crocifisso (Kapelle des Kruzifixes) errichtet, die auch heute noch besichtigt werden kann.
Die Piratenhöhle
Die Grotta del Turco (Höhle des Türken) verdankt ihren Namen den Sarazenen, die diese Höhle zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert bis zu ihrer Niederlage in der Schlacht von Garigliano im Jahr 915 als Zufluchtsort für ihre Überfälle an der Küste nutzten. Ab 2025 kann sie nach zehnjähriger Schließung wieder besichtigt werden, und zwar über 275 Stufen, die zum Meer hinabführen.