San Giovanni a Mare in Gaeta: eine byzantinische Kuppel, unterschiedliche Säulen und ein geneigter Boden
Die Kirche San Giovanni a Mare wurde zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und dem Beginn des 12. Jahrhunderts am Standort eines älteren Gotteshauses errichtet, das wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert stammte und bei dem Erdbeben von 1213 zerstört wurde. Für den Wiederaufbau wurden römische Säulen wiederverwendet, die alle unterschiedlich groß waren und Kapitelle in verschiedenen Stilen aufwiesen.
Ein seltenes Beispiel für eine byzantinische Kuppel in Italien
Am Schnittpunkt von Mittelschiff und Querschiff erhebt sich die Kuppel, die auf das Ende des 11. Jahrhunderts datiert wird und deren Tambour mit eleganten, zweifarbigen Marmorintarsien und hängenden Bögen im byzantinischen Stil verziert ist. In Italien gibt es nur sehr wenige Beispiele dieser Art. Von der Gasse auf der linken Seite der Kirche kann man die Kuppel in ihrer Gesamtheit betrachten, wobei die byzantinischen Intarsien und Bögen perfekt erkennbar sind.
Der Boden, die Fresken, der Sarkophag
Das Presbyterium ist erhöht und der Boden geneigt, um eine bessere Sicht auf den Altar zu ermöglichen. Der Überlieferung zufolge diente diese Neigung auch dazu, an Flutttagen das Wasser abfließen zu lassen. Der Altar besteht aus einem Sarkophag aus dem 2. bis 3. Jahrhundert, in dessen Mitte sich ein mittelalterliches Kreuz befindet, flankiert von zwei als Kerzenhalter dienenden Hippogryphen. An den Wänden und in der linken Apsis sind Fresken aus dem 12. bis 14. Jahrhundert erhalten: Einige davon wurden in das Diözesanmuseum überführt, aber die Madonna in Maestà mit den Heiligen Michael, Gabriel und Johannes dem Evangelisten ist an ihrem ursprünglichen Platz erhalten geblieben. Bei der letzten Restaurierung (2011 bis 2015) wurden auch Fresken an den Säulen freigelegt, die auf das 12. Jahrhundert zurückgehen.