Ponte dei Santi: ein Jahrtausend voller Geschichte und Legenden am Wildbach Cosa
Im Herzen der Monti Ernici, am Ende des Tals des Wildbachs Cosa, markiert eine alte Steinbrücke die Stelle, an der sich vor tausend Jahren zwei Klostergemeinschaften begegneten. Die Brücke Ponte dei Santi in Collepardo wurde im 10. Jahrhundert auf Geheiß des Heiligen Dominikus von Sora erbaut, der aus Foligno stammte. Er war der Gründer der Klöster San Domenico und San Nicola, die sich bis heute in der Gegend befinden. An den wichtigsten liturgischen Festtagen kamen hier Mönche und Nonnen aus den beiden Klöstern zusammen, um den Predigten ihres geistlichen Vaters zu lauschen.
Das Wunder des Wassers
Die Legende berichtet, dass die Gläubigen eines Tages die Worte des Heiligen wegen des tosenden Baches nicht hören konnten. Dominikus hob die Hand, und das Wasser blieb während der gesamten Dauer der Predigt still. Ein in der Region aufbewahrtes Gemälde von Alessandro Romano zeigt genau diese Szene und fügt ein weiteres Wunder hinzu: Der Heilige hält einen vom Teufel losgerissenen Felsbrocken zurück, um ein Blutbad zu verhindern.
Ein Wanderweg zwischen Wasserfällen und Schluchten
Heute ist die Brücke der Endpunkt des Wanderwegs Sentiero della Valle dei Santi, einer etwa 2 km langen Strecke, die dem Wildbach zwischen kleinen Wasserfällen, Felswänden und vom Wasser geformten natürlichen Bögen folgt. Von hier aus beginnt auch der Aufstieg zu den Quellen von Capo Fiume im unberührten Valle dell’Inferno (Höllental). Die Strecke gehört zum Pilgerweg des Heiligen Benedikt.