Kirche des Allerheiligsten Erlösers in Collepardo: Lateranische Fundstücke in einem Dorf in den Monti Ernici
Die Kirche des Allerheiligsten Erlösers ist die Pfarrkirche von Collepardo, einem Dorf in den Monti Ernici in der Provinz Frosinone. Der Schutzpatron ist hier nicht ein Heiliger, sondern Jesus, der Erlöser, was in Italien selten ist. Und die Kirche hat eine ebenso ungewöhnliche Geschichte: Das Eingangsportal und ein Weihwasserbecken stammen aus der Lateranbasilika in Rom, die durch zwei Brände beschädigt wurde. Sie wurden von Papst Martin V. (zuvor Oddo di Colonna) hierher gebracht, der im 15. Jahrhundert den Wiederaufbau des Gebäudes in Auftrag gab.
Eine Kirche, die seit dem Mittelalter belegt ist
Eine Kirche in Collepardo wird bereits zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert und dann in einem Dokument aus dem Jahr 1252 erwähnt. Das heutige Gebäude ist jedoch das Ergebnis der 1598 begonnenen Arbeiten und wurde am 9. November 1619 geweiht. Der Innenraum ist in drei Schiffe mit Tonnengewölben unterteilt, die von behauenen Steinsäulen getragen werden. Im 17. Jahrhundert wurden während einer schweren Pestepidemie die Säulen und Bögen mit Putz überdeckt. Dasselbe Schicksal ereilte auch die Fresken, die die Kirche schmückten.
Das Gemälde von Lepanto und die Fragmente des Kreuzes
Das interessanteste Stück befindet sich im rechten Kirchenschiff: ein Gemälde, das die Schlacht von Lepanto (1571) darstellt, mit der Rosenkranzmadonna, Papst Pius V. und Marcantonio Colonna, dem Kommandanten der päpstlichen Flotte. Die Verbindung zur Familie Colonna ist in dieser Kirche allgegenwärtig. Auf dem Altar befinden sich in einer Vitrine zwei Fragmente, die der Überlieferung nach vom Heiligen Kreuz stammen und von der Familie gestiftet wurden. Im Baptisterium sind noch Fresken aus dem sechzehnten Jahrhundert erhalten, die zwar beschädigt, aber noch erkennbar sind: der Heilige Karl Borromäus, die Heilige Katharina von Siena und die Heilige Philomena.