Safran in Kalabrien: Auf den Spuren des „roten Goldes“
3 Minuten
Es gibt ein Gewürz, das nach Orient schmeckt und die Felder in der Blütezeit wie ein Gemälde in Violett taucht. Die Krokusblüte, auch Safran genannt, zählt in Kalabrien zu den ältesten Anbaukulturen.
Nur wenigen ist bekannt, dass der Safrananbau in Kalabrien eine jahrhundertealte Tradition hat. Er stammt aus dem Orient, wo die arabischen, sarazenischen und byzantinischen Völker das kostbare Gewürz im gesamten Mittelmeerraum handelten.
Sind Sie bereit für eine Sinnesreise auf den Spuren des sogenannten „roten Goldes“? Entdecken Sie mit uns, was es heute bedeutet, in Kalabrien Safran anzubauen, und erfahren Sie, wo dies geschieht.
Safrananbau in Kalabrien
Safran ist aufgrund seiner Farbe und seines hohen Handelswerts auch als „rotes Gold“ bekannt und zählt zu den ältesten Handelsgütern im Mittelmeerraum. Der Safrananbau in Kalabrien wurde bereits in der Antike von griechischen und orientalischen Völkern eingeführt. Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert erlebte er unter der bourbonischen Dynastie eine Blütezeit als Industriezweig.
Zahlreiche Texte aus dieser Zeit berichten von einer Reihe landwirtschaftlicher Betriebe, die sich mit dem Anbau, der Ernte und der Verarbeitung von Knollen befassten. Ein Beispiel ist die „Descrizione Storica e Geografica del Regno delle Due Sicilie“ (Historische und geografische Beschreibung des Königreichs beider Sizilien, 1789), in der es unter anderem heißt:
„[…] In Kalabrien und vor allem in den Abruzzen wurde einst viel Safran angebaut. Heute wird er im Gebiet von Cosenza nur noch in sehr geringen Mengen angebaut [...]“.
Experten zufolge weist der Safran aus Kalabrien aufgrund des besonderen Mikroklimas und der Bodenbeschaffenheit, die ideal für den Anbau des „roten Goldes“ sind, hervorragende organoleptische Eigenschaften auf.
Was zeichnet Safran aus Kalabrien aus? Kalabrischer Safran verleiht den unterschiedlichsten Gerichten – von traditionellen Speisen bis hin zu gewagten Kombinationen der Gourmetküche – nicht nur Geschmack und Farbe, sondern ist auch reich an gesundheitsfördernden Substanzen. Er wirkt der Zellalterung entgegen, fördert die Verdauung und hat einen positiven Einfluss auf die Gehirnaktivität, da er zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Gehalt an Carotinoiden gehört.
Entdecken Sie die Orte und die vorbildliche Lieferkette des Safrananbaus in Kalabrien im Detail …
Safran aus Motta San Giovanni
Motta San Giovanni Das in der Provinz Reggio Calabria gehört aufgrund des mediterranen Klimas mit regnerischen Wintern und trockenen Sommern sowie einer Höhe zwischen 700 und 500 Metern über dem Meeresspiegel zu den günstigsten Lebensräumen Italiens. Das Dorf zählt damit auch zu den besten Anbaugebieten für Safran in Kalabrien. Der Safran aus Motta San Giovanni wird von einem kleinen lokalen Unternehmen produziert, das während der Hauptblütezeit, die Mitte Oktober beginnt, nach vorheriger Anmeldung Besichtigungen der Plantage anbietet. Im Herbst beeindrucken die Krokusfelder mit einem spektakulären Farbenspiel in verschiedenen Violetttönen.
Bei einem Ausflug nach Motta San Giovanni entlang der „Via dell’Oro Rosso“ (Straße des roten Goldes) bietet sich die Gelegenheit, das architektonische Wahrzeichen dieser Region, das Castello di Sant’Aniceto, zu besichtigen. Die byzantinische Festung aus dem 11. Jahrhundert thront auf einem Hügel und bietet einen Blick auf die Landschaft der Meerenge sowie der Äolischen Inseln. Der Name „Motta“ stammt vom französischen „Motte“ und bezeichnet eine künstliche Erhebung, die auch als Befestigungsanlage genutzt wurde.
Safran in Kalabrien, Provinzen Cosenza und Catanzaro
Weitere ideale Standorte für den Safrananbau in Kalabrien befinden sich in der Provinz Cosenza: in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Rende, wo ein landwirtschaftlicher Betrieb, der ausschließlich von Frauen geführt wird, seit Jahren das wertvolle Gewürz aus dem Orient produziert und vertreibt, sowie im Gemeindegebiet von Corigliano-Rossano in der fruchtbaren Ebene von Sibari.
In der Provinz Catanzaro findet sich Safrananbau in Kalabrien in den Gemeinden Simeri Crichi und Lamezia Terme. Die Höhe von etwa 450 Metern über dem Meeresspiegel und ein fruchtbarer, lehmiger Boden ermöglichen dort die Erzeugung einer der besten Safranqualitäten Kalabriens. Ob in Form von Blütennarben oder als Pulver: Safran aus Kalabrien verleiht den besten Rezepten eine gelbe Farbe. Probiert man ihn direkt in den Anbaugebieten, entfaltet er einen noch authentischeren Geschmack und Duft.
Einige Beispiele? Wenn Sie Risotto mit kalabrischem Safran noch nie probiert haben, wird es höchste Zeit! Entdecken Sie den Unterschied zum klassischen Mailänder Risotto mit einheimischem Safran: Die Basis aus roten Zwiebeln aus Tropea IGP wird mit dem Weißwein Bivongi DOC abgeschmeckt. Das ergibt eine ganz andere Süße.