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Etwa 20 km von Bologna entfernt liegt am rechten Ufer des Reno das Städtchen Pieve di Cento. Mit seiner noch intakten mittelalterlichen Anlage und seinen fast zwei Kilometer langen Arkaden wird es als das „kleine Bologna“ bezeichnet. Charakteristisch für Pieve di Cento ist vor allem ein einzigartiger Geist der Einheit und der gemeinsamen Leidenschaft, der die gesamte Gemeinde einbezieht.
Der historische Ortskern und die umliegenden Straßen sind reich an Kunst und Geschichte, und es gibt viele Orte, die man sich nicht entgehen lassen sollte: angefangen bei der Stiftskirche Santa Maria Maggiore auf dem Hauptplatz, wo man wunderbare Kunstwerke wie die Verkündigung von Guercino, die Himmelfahrt von Guido Reni und ein Holzkruzifix aus dem 14. Jahrhundert bewundern kann. Das prächtige Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert, in dem einst die Grundschulen untergebracht waren, beherbergt heute die Bibliothek und Kunstgalerie „Le Scuole“, ein Kulturzentrum mit Ausstellungsräumen, Werkstätten, Auditorium, Cafeteria und Grünflächen. Dann ist da noch die imposante Festung aus dem 14. Jahrhundert, die das Museo delle Storie di Pieve (Museum der Geschichten von Pieve) beherbergt, während das Magi ‘900, ein Museum für zeitgenössische Kunst, mit einer reichen Sammlung großer Meister des 20. Jahrhunderts aufwartet (Burri, De Chirico, Modigliani usw.). Eines der ältesten Gebäude ist das Casa degli Anziani, das Haus der Ältesten aus dem Jahre 1272 mit seinen Säulen aus Holz. Früher wurde es als Gasthaus, Pilgerherberge und Pferdestation genutzt. Die Altstadt kann durch vier Tore aus dem 14. Jahrhundert betreten werden: das Asìa-Tor (Sitz des Hanf-Museums), das Cento-Tor, das Ferrara-Tor (in dem die Geigenbauschule untergebracht ist) und das Bologna-Tor (Sitz des digitalen Fotoarchivs G. Melloni). Neben der Geigenbauschule, die von der tief verwurzelten Tradition der Musik und Handwerkkunst von Pieve zeugt, machen das Musikmuseum im Foyer des historischen Theaters A. Zeppilli und das von Mario Cucinella entworfene „Casa della Musica“, das Musikhaus, Pieve di Cento zu einer wahrhaftigen „Stadt der Musik“.
Auch in kulinarischer Hinsicht muss sich Pieve die Cento keinesfalls verstecken: In vielen historischen Lokalen können Sie unter anderem Lasagne, Tortellini und die typischen Maccheroni al Pettine, genießen, denen zu Ehren im Juni und Juli eine Sagra, also ein Fest, gewidmet ist. In Pieve di Cento ist das ganze Jahr über etwas los. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, wie den traditionellen Karneval mit Umzügen von allegorischen Wagen, die von den 13 Karnevalsvereinen vorbereitet werden, mit der traditionellen Maske von Pieve Barbaspèn, und den Antiquitätenmarkt und Tag der Wiederverwendung (jeden vierten Sonntag im Monat).
Gerade das tiefe Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit der Einwohner hat es Pieve di Cento ermöglicht, ein tugendhaftes Beispiel für einen Neuanfang zu sein, nachdem das Erdbeben von 2012 vor allem das historisch-künstlerische Erbe schwer beschädigt hatte.
40066 Pieve di Cento BO, Italia