Das Castello di Cly, Zentrum der feudalen Macht
Auf einem Felsvorsprung in 780 Metern Höhe gelegen, beherrschte das Castello di Cly ein weites Gebiet: Chambave, Nus, Quart, bis zu den Toren von Aosta, dann von Colle San Pantaleone bis Valtournenche, und kontrollierte auch das darunter liegende Dorf und die Strada delle Gallie.
Einst ein Zentrum feudaler Macht, bietet es heute ein herrliches Panorama und die Möglichkeit, die Umgebung zwischen kleinen Dörfern und der Natur zu entdecken.
Eine natürliche Verteidigungsposition
Die Ursprünge des Castello di Cly gehen auf das Jahr 1027 zurück, womit es eines der ältesten Schlösser des Aostatals ist. Seine strategische Bedeutung als Wachposten eines großen Lehens ist mit dem Schicksal der mächtigen Familie Challant aus dem Zweig Cly verbunden. Später, im Jahr 1376, ging die Burg in den direkten Besitz der Savoyer über, die sie zwei Jahrhunderte lang beherrschten.
Heute ist die spektakuläre Lage der Bastion auf einem von wilder Vegetation überwucherten Felsvorsprung in einer von der Natur vorgegebenen Verteidigungsposition die Hauptattraktion. Der zentrale Turm und die Mauern sind sichtbar. An den Bergfried schließen sich die Reste einer kleinen romanischen Kapelle an, die einst mit Fresken geschmückt war.
Ein Spaziergang zwischen den Ruinen mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund und dem sich darunter öffnenden Tal ist faszinierend, an einem klaren Tag reicht der Blick bis nach Aosta und man sieht den gesamten zentralen Teil der Region. Ein perspektivisches Kuriosum: Das Castello di Cly liegt auf einer Linie mit den Burgen von Montjovet und Ussel, den drei höchsten Punkten des Valle d'Ayas.
Sie werden Ihnen von den heldenhaften und blutigen Taten erzählen, die die Herren von Cly während ihrer Herrschaft begangen haben. Und sicherlich werden Sie auch eine der vielen schrecklichen Geschichten hören, die das Mittelalter geprägt haben: die von Johanneta Cauda, die in den Kerkern des Castello di Cly gefangen gehalten und schließlich 1428 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weil man sie der Hexerei beschuldigt hatte.
Besuch des Dorfes Marseiller
Während die Fresken und dekorativen Details des Castello di Cly verloren gegangen sind, gibt es eine andere gut erhaltene Sehenswürdigkeit, die einen Besuch wert ist: das nahe gelegene Dorf Marseiller. Hier kann man in der Kapelle San Michele die Fresken von Giacomino d'Ivrea aus dem Jahr 1441 bewundern, die das Dreikönigsfest und die Ankunft der Heiligen Drei Könige, die Anbetung des Kindes und die Flucht nach Ägypten darstellen.
Das Dorf ist Ausgangspunkt für den Ru Marseiller, einen Wanderweg, der Verrayes, Saint Denis und Chambave miteinander verbindet und durch seine landschaftliche Vielfalt besticht. Das Castello di Cly liegt ebenfalls auf dieser Route.
Öko-Urlaub in Saint-Denis
Das Castello di Cly ist ein Weiler in der Gemeinde Saint-Denis, ein altes Dorf mit einer sehr modernen ökologischen Berufung. In den letzten Jahren wurden vier hochmoderne Fotovoltaikanlagen installiert, eine davon im Ökozentrum Lavesé, das als Herberge mit Imbiss genutzt wird. Das bestehende Gebäude wurde nach den Prinzipien des ökologischen Bauens renoviert.
Sie können hier oder in einer der verschiedenen Unterkünfte des Dorfes übernachten, die mit Sonnenkollektoren und anderen Energiesparsystemen ausgestattet sind. Die wichtigsten historischen Monumente sind einen Besuch wert, insbesondere die Kirche San Dionigio.
Frazione Saint Denis Capoluogo, 42, 11023 Saint-denis AO, Italia