Der Kirchenkomplex San Giovanni in Valle umfasst die Kirche, den Portikus, den Glockenturm und das Pfarrhaus. Er wurde im zweiten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts errichtet, um eine Gemeinschaft von Presbytern aufzunehmen, wo bereits eine religiöse Gruppe aus der Karolingerzeit existierte. Die Kirche wurde im Jahr 1164 von Bischof Ognibene geweiht. Das architektonische Ensemble vermittelt uns das Bild einer städtischen Pfarrkirche des Mittelalters.
Das Sakralgebäude weist einen dreischiffigen Grundriss mit halbkreisförmigen Apsiden auf. Es verfügt über ein langes, erhöhtes Presbyterium, dem unterhalb der Bereich einer Krypta entspricht. Möglicherweise existierte sie bereits in der vorherigen Kirche. Die Schiffe sind durch ein abwechselndes System von Pfeilern und Säulen aufgeteilt. Letztere werden von unterschiedlichen Kapitellen gekrönt, die von der korinthischen Typologie abgeleitet sind. Das Kapitell mit den Widderköpfen verweist auf denselben Bildhauer, der die Köpfe der rechten Apsis außen geschaffen hat. Man sieht, dass die Bauarbeiten, die an der linken Apsis mit einer Wand aus abwechselnd Ziegeln und Kieselsteinen begonnen hatten, in der mittleren Apsis und in der rechten Apsis mit einer Wand aus quadratischen Blöcken fortgesetzt wurden. Beide Mauerwerkstechniken sind typisch für die Kultur der veronesischen Romanik.
Die Kirche erlitt durch die Bombenangriffe vom 10. und 11. Oktober 1944 großen Schaden. Damals wurden zwei Joche aufgerissen, wodurch auch ein Teil der Decke der Krypta einstürzte.
In der Krypta wird ein Sarkophag aus frühchristlicher Zeit mit den Reliquien der Heiligen Simon und Judas Thaddäus aufbewahrt. Der Deckel mit den Figuren der Heiligen wurde im Jahr 1395 von Antonio da Mestre geschaffen.
Via San Giovanni in Valle, 36, 37129 Verona VR, Italien