Übersicht
Santa Maria Novella gilt als eines der symbolträchtigsten Gebäude des italienischen Rationalismus. Der 1935 eröffnete Bahnhof stieß auf gemischte Meinungen und heftige Kontroversen. Es war in der Tat ein echter konzeptioneller Wendepunkt, der von der „Toskanischen Gruppe“ der sechs Architekten unter der Leitung von Giovanni Michelucci vorgeschlagen wurde, die das Projekt ausarbeiteten. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden, die in der gleichen Zeit gebaut wurden, entschieden sich die Architekten nicht für einen monumentalen Stil, sondern für einen einzigen, kompakten Block, der die horizontalen Linien betonte, „um die Apsis der Kirche Santa Maria Novella in ihrem monumentalen Ausdruck unangefochten vorherrschen zu lassen“, wie die Architekten selbst angaben. Als Material wurde der gleiche warme Stein wie für die nahegelegene Basilika gewählt, um das Gebäude noch besser in die umliegenden Renaissance-Paläste einzufügen. Das Äußere ist kompakt und einfarbig, das Innere reich und dekoriert: geprägte Bronzeschriften, Designermöbel, Schwarz-Weiß-Fotografien mit Ausblicken auf die Stadt, Temperagemälde. Auch die Farben des Marmors, der für die Innenräume und Böden verwendet wurde, sind unterschiedlich: Alpengrün und Siena-Gelb im Ticketschalter, Apuan-Weiß und Amiata-Rot in der Galerie. Der Travertin von Rapolano an den Eingangsportalen schließt die Reihe der toskanischen Mineralien ab. Das 2012 am Westausgang des Bahnhofs eingeweihte Fresko von Giampalo Talani heißt „Partenze“ (Abfahrten): eine Komposition, in der 19 Männer mit Koffern und Gepäck zu ihren Füßen von einem Windstoß erfasst werden. Zum Bahnhof gehört auch das quadratische Gebäude, in dem heute der Sitz des Architektenordens der Provinz untergebracht ist. Es handelt sich um den Palazzina Reale di Santa Maria Novella, der zeitgleich mit dem Hauptgebäude entstand und vom König und seinem Hof als vorübergehende Residenz genutzt wurde.
Piazza della Stazione, 50123 Firenze FI, Italia