Die Terrasse der Verliebten in Nemi: Der Aussichtspunkt, der aus zwei mythologischen Liebesgeschichten entstanden ist
Die Terrasse der Verliebten liegt am Nemisee, etwa 30 km von Rom entfernt, im Gebiet der Castelli Romani. Sie wurde am 14. Februar 2015 eingeweiht und verdankt ihren Namen zwei Liebesgeschichten aus der lokalen Mythologie: der zwischen Diana und Virbius und der zwischen Numa Pompilius und der Nymphe Egeria.
Hippolytos war der Sohn des Theseus und verehrte Artemis – die griechische Göttin, die die Römer mit Diana gleichsetzten. Seine Hingabe war so groß, dass Aphrodite eifersüchtig wurde und seine Stiefmutter Phaedra mit einem Zaubertrank dazu brachte, sich in ihn zu verlieben. Er wies sie zurück, woraufhin sie ihrem Ehemann einen Brief schrieb, in dem sie Hippolytos beschuldigte, und sich das Leben nahm. Theseus bat Poseidon um Rache, woraufhin dieser ein Seeungeheuer auf Hippolytos’ Wagen hetzte; die Pferde rannten ihn nieder und rissen ihn in Stücke. Doch Artemis ließ ihn von Asklepios heilen, verwandelte ihn in einen alten Mann, um Hades zu täuschen, und brachte ihn nach Nemi. Hier wurde Hippolytos zu Virbius, dem Gemahl der Göttin und Priester ihres Tempels.
Eine weitere Liebesgeschichte ist die zwischen der Nymphe Egeria und Numa Pompilius, der sich bei seiner religiösen Gesetzgebung von der Nymphe inspirieren ließ. Nach dem Tod des Königs flüchtete sich Egeria in die Wälder von Nemi und weinte so heftig, dass die Feierlichkeiten zu Ehren der Diana verhindert wurden. Aus Mitleid verwandelte die Göttin sie in eine Quelle. Im Tal des Sees gab es eine ihr gewidmete Höhle, die für Reisende der Grand Tour noch heute zu sehen ist.