Die Kirche Madonna di Loreto in Guarcino: die außerhalb der Mauern verborgene Freske aus dem 15. Jahrhundert
Etwas außerhalb der Ortschaft Guarcino, in südlicher Richtung, steht die Kirche Madonna di Loreto, die eine Freske aus dem 15. Jahrhundert birgt, das der Schule des Perugino zugeschrieben wird: eine Madonna von Loreto, gemalt von Pietro d'Alatri, einem Maler, der in der Ciociaria zu einer Zeit tätig war, als der umbrische Einfluss über die Pilgerwege bis hierher reichte. Die Kirche ist heute für Gottesdienste geschlossen, aber das Kunstwerk ist erhalten geblieben.
Eine Familiengründung
Ihre Ursprünge reichen bis ins 14. Jahrhundert oder noch weiter zurück. Die Kirche war der Heiligen Geburt Christi (Santissima Natività) geweiht und wurde von Francesco Buonfiglioli di Caprarola gestiftet, der sich in Guarcino niedergelassen hatte. Seine Tochter Alessandra, die einen Benassi heiratete, übertrug der neuen Familie das Jus patronatus – das Recht, den Kaplan zu ernennen und die Messen zu leiten. Eine jeden Samstag und sieben an den Marienfesttagen: So lautete das Vermächtnis, und so wurde es jahrhundertelang gehandhabt.
Die Hintergrund: Guarcino und die umbrische Malerei
Guarcino war im 15. Jahrhundert ein blühendes Dorf, das der Heilige Benedikt auf seinem Weg nach Montecassino durchquerte. Es wurde von den Päpsten aus Anagni beschützt und war reich an Türmen und Palästen. Die Freske der Madonna di Loreto zeugt von den künstlerischen Verbindungen zu Umbrien – Perugino arbeitete nur wenige Reisetage entfernt – und von der Verehrung der Madonna von Loreto, die bereits weit verbreitet war, bevor die Wallfahrtskirche in den Marken zu einem Massenziel wurde.