Die Kirche Santa Maria Assunta in Cielo in Castrocielo: Hier treffen sich an jedem Ostermontag zwei Dörfer
Auf dem Gipfel des Monte Asprano, in 669 m Höhe, thront die Kirche Santa Maria Assunta in Cielo von einem außergewöhnlichen Aussichtspunkt aus über dem Tal des Liri. Sie wurde im vierzehnten Jahrhundert nur wenige Meter von der Burg Castrum Coeli entfernt erbaut und diente über fünf Jahrhunderte lang als gemeinsame Pfarrkirche für zwei Gemeinden: Palazzolo (das heutige Castrocielo) und Colle San Magno, die auf den gegenüberliegenden Hängen des Berges entstanden, als die Bewohner die Burg verließen.
Eine Pfarrei für zwei Dörfer
Der Erzpriester residierte sechs Monate des Jahres in Palazzolo und sechs Monate in Colle San Magno. Dieses erzwungene Zusammenleben führte zu erbitterten Rivalitäten: Die beiden Gemeinschaften stritten sich sogar um das Prioritätsrecht bei liturgischen Feiern. Erst im Jahr 1850 wurden zwei getrennte Pfarreien gegründet. Im Inneren der Kirche sind Fresken aus dem achtzehnten Jahrhundert erhalten; eine Gedenktafel erinnert an die von der Nonne Maria Cristina Abbate in Auftrag gegebene Restaurierung im Jahr 1885.
Der Kuss der Madonnen
Jeden Ostermontag brechen in der Morgendämmerung zwei Prozessionen aus den beiden Dörfern auf. Sie steigen auf entgegengesetzten Wegen hinauf. Die Madonnenstatuen begegnen sich vor der Kirche und verneigen sich in einem symbolischen „Kuss“. Es folgt die Messe und anschließend ein Frühstück auf den Wiesen: Osterkuchen (Pigne pasquali), Kringel, hartgekochte Eier, Salami und Wein. Der Tag endet mit einem Wettbewerb zwischen den Feuerwerksmeistern.