Der Stadtteil Castello in Bolsena: das mittelalterliche Viertel, das vom Felsen aus den See überragt
Der Rione Castello ist der älteste Stadtteil von Bolsena und thront auf einem Tufffelsen über dem Nordufer des Bolsenasees. Er wurde ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. besiedelt, als die Bewohner der römischen Stadt Volsinii aufgrund der Einfälle von Westgoten und Langobarden auf den Felsen zogen und sich dort niederließen.
Von der Via Cassia zu den Monaldeschi
Der Felsen befand sich bereits an der Trasse der späteren Via Cassia und war in der Römerzeit in die Stadtmauern von Volsinii integriert. Das heutige Dorf ist jedoch mittelalterlichen Ursprungs. Die beiden Hauptstraßen, die Via Medici und die Via Adami, durchziehen das Viertel von einer Seite zur anderen und bieten Ausblicke, die seit 500 Jahren nahezu unverändert sind. Die Rocca Monaldeschi della Cervara wurde im Jahr 1156 errichtet, als Papst Hadrian IV. die Orte an der Via Cassia gegen Barbarossa befestigen ließ. Damals wurde auch der Hauptturm gebaut. Im Jahr 1295 fügten die Orvietaner die drei weiteren Türme hinzu und die Monaldeschi bauten die Festung im Laufe der Zeit um.
Heutige Sehenswürdigkeiten
In der Festung ist das Territorialmuseum des Bolsenasees untergebracht. Es beherbergt Fundstücke aus der Villanova-Kultur sowie etruskische und römische Artefakte. Außerdem gibt es dort ein Süßwasseraquarium. Im nahegelegenen Palazzo Monaldeschi befindet sich eine Abteilung, die der mittelalterlichen und Renaissance-Keramik gewidmet ist. Wenn man die Via delle Piagge hinuntergeht, die einst als Fluchtweg zu den Stadtmauern diente, stößt man auf die ehemalige Kirche Santissimo Salvatore aus dem 13. Jahrhundert. Ihre Fassade ziert ein kuppelförmiger Glockenturm, der mit vielfarbigen Majolika-Kacheln verkleidet ist.