Die polygonalen Mauern von Arpino: ein Spaziergang auf der Akropolis von Civitavecchia
Um die Ursprünge von Arpino zu entdecken, muss man die auch als „Civitavecchia di Arpino“ bekannte Akropolis von Civitavecchia erklimmen. Sie bildete den Gründungskern der Stadt und wurde von riesigen polygonalen Stadtmauern geschützt, die sich durch ihr Trockenmauerwerk auszeichnen. Ihr Wahrzeichen ist der Spitzbogen, ein Tor aus der Zeit vor den Römern.
Eine Festung aus Stein
Der Begriff „polygonal” leitet sich von der unregelmäßigen Form der Felsblöcke ab. Es handelt sich um Blöcke aus lokalem Gestein, das als Puddinggestein bezeichnet wird. Sie wurden ohne den Einsatz von Mörtel oder anderen Bindemitteln mit großer Präzision trocken ineinandergefügt. Ursprünglich erstreckten sich die Mauern über drei Kilometer, von denen heute etwa die Hälfte intakt ist und teilweise in neuere Wohnhäuser integriert wurde.
Der Bogen, den es eigentlich nicht geben dürfte
Das einzigartige Symbol dieser Mauern ist der Spitzbogen, der einzige Spitzbogen im archäologischen Panorama des Mittelmeerraums. Tatsächlich handelt es sich nicht um einen echten Bogen, sondern um ein „Scheingewölbe“, das entsteht, wenn zwei Blöcke schrittweise aneinandergeführt werden, bis sie an der Spitze miteinander verbunden sind. Diese uralte Technik wurde bereits vier Jahrhunderte vor der Verbreitung des Rundbogens durch die Römer angewendet.
Das Areal der Akropolis und der Stadtmauern ist ein archäologischer Freiluftpark, der jederzeit frei zugänglich ist. Er ist vom Zentrum von Arpino aus bequem mit dem Auto zu erreichen, indem man den Wegweisern in Richtung „Civitavecchia di Arpino“ folgt. In seinem Inneren befinden sich auch die Kirchen Santissima Trinità und San Vito.