Die Kirche Santa Maria delle Grazie in Arpino: zwischen Geschichte, Glauben und Dorfleben
Etwas außerhalb der Stadtmauern von Arpino gelegen, ist die Kirche Santa Maria delle Grazie ein fester Bezugspunkt für die Einwohner. Hier wurden am 10. Juni 1463 die Bestimmungen des Friedens von Arpino unterzeichnet. Seit diesem Tag ist sie Teil der Stadtgeschichte. Jedes Jahr am 2. Juli kehren die Menschen zum Fest der Madonna zurück. Begleitet werden sie vom Glockengeläut und dem Duft frischer Blumen, die auf dem Kirchplatz verstreut sind.
Von den Anfängen bis zur Bruderschaft
Erste Urkunden erwähnen sie bereits im 15. Jahrhundert. Sie war ursprünglich kaum mehr als ein Oratorium, das später, als der Ort wuchs, erweitert wurde. Im Jahr 1678 gelang es der Bruderschaft Santa Maria delle Grazie, das Oratorium auf der Rückseite durch Spenden und Einkünfte zu errichten. Im Jahr 1893 gestaltete der Ingenieur Emilio Antenangeli die Fassade und das Innere neu und drei Jahre später weihte Bischof Raffaele Sirolli den Hochaltar erneut.
Heutige Sehenswürdigkeiten
Das einschiffige Kirchenschiff im Inneren vereint Kunst und Stille. Die „Taufe Christi“ (Schule des Cavalier d’Arpino, um 1600) steht im Dialog mit der Statue des Heiligen Rochus sowie mit dem Werk „Flucht nach Ägypten“ (1639). Über dem Hauptaltar thront die Madonna delle Grazie, flankiert von zwei Gipsengeln, die Vincenzo Morricone im Jahr 1921 geschaffen hat. Die obere Loggia, von der aus zu Christi Himmelfahrt der Segen erteilt wird, ist nach wie vor ein Ort, an dem viele Menschen verweilen, sei es auch nur, um den Blick über das Tal schweifen zu lassen.