Die Kirche des Heiligen Antonius von Padua: auf den Überresten einer römischen Nekropole
Die Kirche des Heiligen Antonius von Padua befindet sich in der Altstadt von Arpino, am Ende einer breiten Steintreppe. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf den Überresten einer römischen Nekropole errichtet. Ursprünglich war sie als Unterkunft für die Franziskaner gedacht und dem Heiligen Nikolaus geweiht. Im Laufe der Zeit hat dieses Bauwerk sein Gesicht jedoch völlig verändert. Das Erdbeben von 1654 zerstörte sie fast vollständig. Der Wiederaufbau dauerte 73 Jahre: Erst im Jahr 1727 wurde die Kirche erneut geweiht und dem Allerheiligsten Sakrament sowie dem Heiligen Antonius von Padua gewidmet.
Vom Kloster zum Gefängnis
Das Gebäude verfügt über ein einziges Schiff mit Tonnengewölbe, dessen Verzierungen, die bis zum Presbyterium reichen, dem Werk der neapolitanischen Schule des 18. Jahrhunderts entstammen. Das angrenzende Kloster durchlief hingegen eine einzigartige und deutlich weniger sakrale Entwicklung. Nachdem es im Laufe der Zeit verschiedenen Orden gehört hatte, wurde es Ende des 19. Jahrhunderts beschlagnahmt und in ein Gefängnis umgewandelt.
Die Kunstwerke und die Verehrung
Im Inneren befindet sich das Gemälde „Die Einkleidung des Heiligen Antonius“ von Cavalier d’Arpino, einem in dieser Region geborenen Meister des Manierismus. Das beeindruckendste Werk ist das Holzkreuz von Michele Stoltz, eine Tiroler Schnitzerei von schonungslosem Realismus. Jedes Jahr am 13. Juni wird es in einer Prozession von der Bruderschaft mitgeführt, die das traditionelle „Brot der Armen“ verteilt.