Gole del Melfa: eine 15 Kilometer wilde Schlucht mit Greifvögeln und smaragdgrünem Wasser
Die Gole del Melfa ist eine etwa 15 Kilometer lange Schlucht, die Roccasecca mit Casalvieri verbindet und das Gebiet von Santopadre, Colle San Magno und Arpino durchquert. Der Fluss entspringt im Val Canneto, im Herzen des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise, und fließt von einer Höhe von über 1.000 Metern bis zur Ebene von Aquino hinab, wo er in den Liri mündet. Aufgrund des Vorkommens von Raubvögeln – Milanen, Falken, Turmfalken – und in den letzten Jahren auch von Steinadlern ist es zu einem Gebiet von gemeinschaftlichem Interesse erklärt worden.
Der Tracciolino: Eine historische Straße zwischen den Felsen
Die Straße, die durch die Schluchten führt, heißt Tracciolino und weist topografisch gesehen eine konstante Steigung auf. Sie wurde in der Zeit der Bourbonen erbaut, um das Valle del Liri mit dem Valle di Comino zu verbinden. Sie ist seit 1984 aufgrund von Erdrutschen für den Verkehr gesperrt, kann aber weiterhin zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Zwölf Kilometer in den Fels gehauene Kurven mit Ausblicken auf den zwischen Kalksteinwänden eingebetteten Fluss, auf „Töpfe der Riesen“ und auf Höhlen, die bereits in der Bronzezeit bewohnt waren.
Die Einsiedelei des Heiligen Geistes
Am Eingang der Schluchten, kurz nach dem Friedhof von Roccasecca, führt ein Saumpfad hinauf zur Einsiedelei des Heiligen Geistes (Eremo dello Spirito Santo): Es handelt sich um Klosterzellen, die in eine natürliche Grotte gehauen wurden und über ein ausgeklügeltes System von Rinnen zum Sammeln von Regenwasser verfügen. Der älteste Kern stammt vermutlich aus dem 8.–9. Jahrhundert. Unterhalb der Einsiedelei bildet der Fluss den Wasserfall Muraglione. Im Winter, wenn die Dämme flussaufwärts Wasser ablassen, ziehen die Schluchten Kanufahrer aus ganz Italien an.