Zwischen dem Fluss Isonzo und den Quellen des Timavo, im Herzen der Region Friaul-Julisch Venetien, erstreckt sich ein einzigartiger Küstenabschnitt: die nördlichste Riviera des Mittelmeers. In dieser beeindruckenden Region gibt es Naturschutzgebiete, archäologische Stätten, Zeugnisse des Ersten Weltkriegs, industrielle Meisterleistungen und Burgen mit Meerblick. Eine ideale Route für alle, die langsamen Tourismus, Natur und Geschichte schätzen.
Ein Naturparadies für Vogelbeobachter: das Naturschutzgebiet der Isonzo-Mündung
Das Naturschutzgebiet „Foce dell’Isonzo“ (Isonzo-Mündung) ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Es erstreckt sich über mehr als 2.300 Hektar von Süßwassersümpfen und Feuchtwiesen über Wälder bis hin zu Flusslandschaften und reicht bis ans Meer. Es ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet: Auf ihren Routen zwischen Nordeuropa und dem Mittelmeer finden hier über 340 Zug- und Standvogelarten Zuflucht.
Das Herzstück des Naturschutzgebiets ist die Insel Cona mit einem Besucherzentrum, Aussichtspunkten und Wanderwegen, die mitten durch die Natur führen. Der Zutritt ist ausschließlich zu Fuß (oder zu Pferd auf genehmigten Wegen) gestattet, um das Ökosystem zu schützen. Zu den charakteristischsten Elementen zählen die Camargue-Pferde, die für das ökologische Gleichgewicht von grundlegender Bedeutung sind. Wer das Erlebnis in vollen Zügen genießen möchte, kann in einer Gästeunterkunft im Naturschutzgebiet übernachten und spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge über dem Golf von Triest erleben.
Monfalcone und seine große Schiffbautradition zwischen Industrie und Erinnerung
Nur wenige Kilometer vom Naturschutzgebiet entfernt liegt Monfalcone, eine Stadt, die eng mit dem Schiffbau verbunden ist. Ihre Industriegeschichte begann im Jahr 1907 mit der Gründung der großen Werft durch die Familie Cosulich. Das Viertel Panzano wurde durch die Werft in eine vorbildliche Arbeiterstadt verwandelt.
Dieses Erbe wird heute im MuCa – Museo della Cantieristica (Schiffbaumuseum) präsentiert, einem modernen Multimedia-Museum, das ein Jahrhundert Arbeitsgeschichte, Technik und lokale Gemeinschaft nachzeichnet. Ein Rundgang durch das Arbeiterviertel sowie an festgelegten Terminen durch die aktive Werft, die heute von Fincantieri betrieben wird – dem weltweit führenden Hersteller von Kreuzfahrtschiffen – rundet den Besuch ab. Ein Erlebnis, das Industriearchäologie und Innovation verbindet.
Vom Ersten Weltkrieg zu den Mysterienkulten: Duino, das Mithräum und der Timavo
Das Hinterland von Monfalcone bewahrt bedeutende Spuren des Ersten Weltkriegs, die im Themenpark entlang der alten österreichisch-ungarischen und italienischen Verteidigungslinien zu sehen sind. Gut ausgeschilderte Wege und Informationstafeln ermöglichen die Erkundung von Schützengräben, Stellungen und Pfaden inmitten der Natur, sodass der Themenpark für alle zugänglich ist.
Weiter in Richtung Triest gelangt man nach Duino, das für sein hoch über dem Meer thronendes Schloss bekannt ist. In der Nähe verbirgt sich ein faszinierender, aber wenig bekannter Ort: eine Karsthöhle, die in der Römerzeit in ein Mithräum, ein dem Gott Mithras gewidmetes Heiligtum, umgewandelt wurde. Reliefs, Öllampen und Votivmünzen zeugen von einem Mysterienkult, der über Aquileia hierher gelangte.
Den idealen Abschluss der Route bilden die nicht weit entfernt gelegenen Quellen des Timavo. Dieser eindrucksvolle Ort, an dem das Wasser aus dem Karstuntergrund wieder an die Oberfläche tritt, bildet den würdigen Ausklang einer Reise, die Landschaft, Geschichte und Spiritualität miteinander verbindet.