Park der Murgia von Matera
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Der Park der Murgia wurde 1990 unter dem Namen Parco Regionale Archeologico Storico Naturale delle Chiese Rupestri del Materano (Regionaler archäologischer historischer Naturpark der Felsenkirchen von Matera) gegründet. Er gehört heute zu den spektakulären Felslandschaften Italiens, die am besten von der antiken Beziehung zwischen Mensch und Natur zeugen.
Der Mensch und die Landschaft
Der Park, der sich zwischen den Gemeinden Matera und Montescaglioso in der Basilikata, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Apulien entfernt, befindet, zeichnet sich durch ein weiches Gestein aus, den sogenannten Tuffstein (der genaue Name ist Kalkarenit), der eine wesentliche Rolle in den Formen der Landschaft gespielt hat und Felsen, Täler und Höhlen gezeichnet hat. Der Mensch hat diese Höhlen genutzt und sich dort schon in der Vorgeschichte niedergelassen. Die Bautechnik bezeichnet man als „negative Architektur“, das heißt, es wurde nicht gebaut, sondern man entfernte Materie aus dem Gestein (indem man es ausgrub), um daraus architektonische Strukturen zu gewinnen. So gibt es im Park der Murgia Höhlen aus der Altsteinzeit (Fledermaushöhle), Dörfer aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und Eisenzeit (Dorf Murgecchia, Murgia Timone und Trasanello): alle prähistorische Stätten, die von der Anwesenheit des Menschen erzählen. Es handelte sich hauptsächlich um Hirten und Viehzüchter. Immer in Bezug auf diese Welt gibt es auch Bauernhöfe, manchmal als Festung, die charakteristischen Gehege für Schafe, die „Jazzi” genannt werden, Zisternen, Tränken und Brunnen.
Die Felsenkirchen
Im Park der Murgia gibt es 150 Felsenkirchen, die sich in Architektur und Ikonographie unterscheiden, darunter San Leonardo, San Giacomo, Cappuccino Vecchio und Santa Cesarea. Sie wurden hauptsächlich im Hochmittelalter verwirklicht, in einer Zeit, in der sich die griechisch-byzantinische Kultur mit der lateinischen Welt gekreuzt hat, und sind ebenfalls in den Felsen gehauen. Was am meisten überrascht, ist, dass die Kirchen im Laufe der Zeit, obwohl sie als Kultstätten entstanden sind, auch für andere Zwecke genutzt wurden und sich bei dieser Gelegenheit in Wohn- oder Tierunterkünfte verwandelt haben. Auch diese Kirchen sind heute ein wichtiges Zeugnis der menschlichen Präsenz, insbesondere in Bezug auf Mönche der Benediktiner, der Langobarden und der Byzantiner.
Die Natur
Eine abwechslungsreiche und wilde Natur findet sich im Park der Murgia, der etwa 1.200 Pflanzenarten zählt (ein Sechstel der gesamten nationalen Flora und ein Drittel der regionalen): eine beträchtliche Anzahl für eine Fläche von etwa 7.000 Hektar. An diesem herrlichen Ort, der vom Fluss Bradano und den Bächen Gravina und Jesce durchquert wird, gibt es etwa hundert seltene und sehr seltene Arten. Um den überraschenden natürlichen Reichtum zu bezeugen, verfügt er auch über eine reiche Fauna, die neben Füchsen, Hasen, Stachelschweinen, Wildschweinen und Wildkatzen wichtige Raubvögel wie den Rotmilan, den Lanerfalken, den Schmutzgeier und vor allem den Rötelfalken mit ausgebreiteten Flügeln sowie den kleinen Raubvogel als Symbol des Parks umfasst.
Wichtige Hinweise
Um den Park der Murgia von Matera zu entdecken und zu bewundern, wurde das Zentrum für Umwelterziehung von Matera eingerichtet, das jedes Jahr Ausflüge, Treffen und Führungen für Tausende von Besuchern jeden Alters anbietet. Zahlreiche Zeugnisse aus der prähistorischen Zeit sind im Nationalmuseum „Domenico Ridola“ in Matera aufbewahrt, während Zeugnisse aus der griechischen (8. – 7. Jahrhundert v. Chr.) und römischen (ab dem 3. Jahrundert v. Chr.) Zeit in der Gegend von Montescaglioso gefunden werden können.