In Siena, zwischen Himmel und Erde
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Schauen Sie staunend nach unten und dann wieder nach oben, während Ihr Blick weit über die Stadtgrenzen bis zu den toskanischen Hügeln schweift: Willkommen in Siena, wo Sie eine Reise von der Erdoberfläche bis zum Himmel unternehmen können. Lassen Sie sich von der Schönheit des Domfußbodens und dem Charme der Dachböden verzaubern, die das ganze Jahr über regelmäßig besichtigt werden können und oft die Schauplätze von außerordentlichen Veranstaltungen sind.
Der Fußboden des Doms: ein einzigartiges Schauspiel
Wir beginnen unsere Erkundung genau hier, auf dem Fußboden des Doms. Der Fußboden wird normalerweise nach dem zweiten Palio (Reitwettbewerb in Siena) im August offengelegt und kann bis zum Herbst bewundert werden. Giorgio Vasari bezeichnete ihn als „den größten und prächtigsten Boden, den es je gab“.
Zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert arbeiteten hier bekannte, aus Siena stammende Künstler wie Sassetta und Domenico di Bartolo sowie der aus Perugia stammende Pinturicchio, der im Jahr 1505 die Tafel mit dem Berg der Weisheit malte, die den Weg zur Tugend als Erlangung innerer Gelassenheit darstellt.
Die ersten Tarsen, d. h. Intarsien, wurden auf weißen Marmorplatten mit Rillen skizziert, die mit Meißel und Bohrer hergestellt wurden, und dann mit schwarzem Stuck in Graffito-Technik ausgefüllt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde die Arbeit jedoch aufwendiger. Künstler wie Domenico Beccafumi begannen, eine besondere Kunstform, genannt Commesso Marmoreo, anzuwenden. Hierbei wird verschiedenfarbiger Marmor zusammengesetzt, um Figuren oder Bilder zu schaffen. Das Endergebnis ist so spektakulär, dass die Licht- und Schattenspiele dem Hell-Dunkel einer Zeichnung ähneln.
Entdecken Sie die Dachböden des Doms
Das weitere Wunder des Doms sind seine Dachböden, Räume voller Charme, die außer den Eingeweihten seit Jahrhunderten niemand mehr betreten durfte.
Der Rundgang beginnt im Inneren des Doms auf einer Wendeltreppe, die sich in einem der Türme befindet und in den Türmen endet, die die Fassade des Doms flankieren. Sobald Sie die sternförmigen Gewölbe des rechten Kirchenschiffs erreicht haben, beginnt eine weitere Reise. In kleinen geführten Gruppen können Sie oberhalb des heiligen Tempels spazieren gehen und nicht nur das Dominnere von oben bewundern, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf Siena genießen. Ein einzigartiger Rundblick, der sowohl die Innen- als auch die Außenansicht des Doms offenbart.
Die beste Zeit für einen Besuch
Die Zeiträume, in denen die Dachböden und der offengelegte Fußboden des Doms der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, fallen nur teilweise zusammen. Wir empfehlen Ihnen, das Himmelstor (Porta del Cielo) in den Wochen des offengelegten Fußbodens zu besuchen: Auf diese Weise können Sie den Fußboden auch von oben in seiner ganzen Schönheit bewundern.
Für den Eintritt in den Dom und zum Himmelstor müssen Sie ein Ticket lösen. Am besten kaufen Sie die Eintrittskarten online. So vermeiden Sie die langen Warteschlangen an stark besuchten Tagen und umgehen das Risiko, keine Karten mehr zu bekommen, wenn Sie schon vor Ort sind.
Es gibt verschiedene Arten von Eintrittskarten, wenn mehrere Tage für Siena eingeplant haben, empfehlen wir Ihnen die Porta del Cielo All Inclusive, die zum Preis von 20 Euro den Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten des Doms von Siena ermöglicht.
Neben dem Dom und seinen Dachböden umfasst das Ticket die Piccolomini-Bibliothek, das Museum der Opera Metropolitana, das Baptisterium, die Krypta und den Facciatone, d. h. die unvollendete Fassade dessen, was eine Erweiterung des Doms werden sollte: Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Es lohnt sich, die Treppe nach oben zu nehmen, sofern Sie schwindelfrei sind.
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