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Reiseidee
Sardinien. Ostern im Montiferru

Sardinien: die ganze Inbrunst der Karwoche in der Region Montiferru

Art
Autoroute
Dauer
4 Tage
Anzahl der Etappen
6
Schwierigkeitsgrad
Einfach

Mittelalterliches Erbe, spanische Einflüsse und archaische Bräuche, die auf das Heidentum der Nuraghen zurückgehen: In Sardinien hat die sa chida santa“ (Karwoche) sehr antike Ursprünge. Dies ist auch der Grund dafür, dass tiefe Empfindungen bei der Bevölkerung hervorruft, die zahlreich an den Feierlichen teilnimmt. Tradition und Eifer vermischen sich bei den Prozessionen durch die Straßen und bei den Ritualen in den großen Kathedralen der Stadt, in den abgelegenen Heiligtümern und in den kleinen Kirchen der Dörfer. Jedes Jahr erinnert die Karwoche auf Sardinien an den Leidensweg, den Tod und die Auferstehung Christi. In diesem Zusammenhang spielen auch die Bruderschaften eine wichtige Rolle, denn sie kümmern sich seit jeher um die Organisation dieser Art von Veranstaltungen, die je nach den Bräuchen der einzelnen Orte oft unterschiedlich sind.

Den Ritualen der Karwoche auf sardischem Boden beizuwohnen, ist äußerst bewegend. Um noch mehr in diesem bisher wenig erforschten Gebiet zu entdecken, können Sie die Osterfeiertage im Montiferru verbringen, einer im Westen des sardinischen Inlands gelegenen Subregion, über der das Vulkanmassiv des Montiferru thront. Sie ist durch langgestreckte Bergrücken charakterisiert, dessen Gipfel mit längst erloschenen Kratern bespickt ist: Der höchste Gipfel ist mit 1.000 Metern der Monte Urtigu. Die überwiegend wilde Landschaft wurde von Lavaströmen geformt und geprägt, die auf der einen Seite das Meer erreichten und Klippen und Felsen bildeten, und auf der anderen Seite die Hochebene von Abbasanta. Hier wechselt sich die Landschaft aus weitläufigen mit Stein- und Flaumeichen und Stechpalmen bewachsenen Flächen und unbewachsenen, felsigen Gipfeln ab. Dazwischen entdecken wir einige kleine, verschlafene Dörfer, die sich während der Karwoche beleben. Die Fahrt beginnt an den Stränden von San Vero Milis, führt weiter ins Landesinnere, nach Milis und Bonarcado, Santu Lussurgiu und Cuglieri und endet im malerischen und farbenfrohen Bosa. Es gehört zwar nicht zu Montiferru, liegt aber in der Nähe und ist so faszinierend, dass man unbedingt hier Halt machen sollte.

San Vero Milis

San Vero Milis

Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde San Vero Mills ist wegen ihrer Flechtkunst, wie die Fertigung von Körben aus Schilfrohr, den Anbau von Mandarinen und als Weinanbaugebiet des Vernaccia bekannt. Das Dorf liegt an den Hängen des Montiferru in der Nähe der wunderschönen Westküste Sardiniens. Hier befindet sich der Strand von Is Arenas, die Torre Su Puttu (Turm des Brunnens), einem spanischen Turm aus dem 17. Jahrhundert, der friedliche Sandstrand Sa Capanna und der malerische S'Archittu, einem natürlichen Bogen im Kalksteinfelsen. In der Stadt sticht die Pfarrkirche San Sofia aus dem Jahr 1604 mit einer gotischen Rosette aus rotem Trachyt und drei Eingängen im Renaissancestil hervor. In ihrem Inneren finden wir Altare und Götzenbilder aus dem Barock.

Die Karwoche beginnt am Donnerstag, wenn, wie fast überall auf Sardinien, die Zeremonie des Mandatums, also die Fußwaschung der Apostel durch Jesus, begangen wird. „Is mazzettus“, Pfeffersträuße, Veilchen und andere Blumen, werden nach der Segnung und nach Abschluss des Gottesdienstes an die Gläubigen verteilt. Vor Beginn des Gottesdienstes werden die Öle gesegnet. In den darauffolgenden Tagen finden die Prozessionen statt und Jesus wird unter Wehklagen und Gesängen vom Kreuz genommen. Am Ende wird die Auferstehung dargestellt.

Milis

Milis

Der antike militärische Außenposten Milis ist von Zitrushainen umgeben. Daher der Spitzname „paese delle arance“ (Dorf der Orangen). Der neoklassizistische Palazzo Boyl aus dem 18. Jahrhundert war die Sommerresidenz der gleichnamigen Familie und beherbergte zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert berühmte Persönlichkeiten wie Gabriele D'Annunzio, Grazia Deledda und Honoré De Balzac. Heute ist er ein Kulturzentrum mit einer Pinakothek und dem Museum des sardischen Schmucks und der sardischen Tracht. Zwei Kirchen sind sehenswert: S. Sebastiano mit einer Fassade im katalanischen gotischen Stil und einer bedeutenden Rosette und die Chiesa di S. Paolo im romanischen Stil. Sie wurde 1140 - 50 erbaut und zwischen 1200 und 1225 mit der Umsetzung der zweifarbigen Wandverkleidung des oberen Teils der Fassade aus Basaltgerüsten, Sandstein und grünem Tuffstein fertiggestellt.

In Milis beginnt die Karwoche mit einem Diebstahl („Sa Fura de Su Puddu“) am Sonntag vor dem Palmsonntag. Ein Mitglied der Bruderschaft des Rosenkranzes schleicht sich gegen ein Uhr nachmittags in weiß gekleidet und mit einer Kapuze bedeckt in die Kirche S. Vittoria, um Su Puddu zu stehlen (ein Kreuz, das mit Symbolen der Leidenschaft geschmückt ist und auf dem „su puddu“ steht, ein Hahn, der zur rivalisierenden Bruderschaft des Heiligen Geistes gehört). Der Dieb bringt es in die Kapelle des Rosenkranzes der Kirche S. Sebastiano. Diese, aus dem 18. Jahrhundert überlieferte Begebenheit wurde später zu einem Dorfbrauch. Am Gründonnerstag wird Su Puddu in einer Prozession von der Bruderschaft des Rosenkranzes zur Kirche S. Vittoria gebracht. Der gekreuzigte Christus wird danach von den beiden Bruderschaften von dieser Kirche in die Pfarrgemeinde getragen. Die Volksbräuche werden am Karfreitag mit dem Ritual „S'iscravamentu“ fortgesetzt, bei dem Christus vom Kreuz genommen wird. Die Prozession trägt ihn zur Kirche S. Vittoria, wo Su Puddu aufgestellt wird, damit er im folgenden Jahr erneut „gestohlen“ werden kann.

Bonarcado

Bonarcado

In diesem verschlafenen Dorf befindet sich einer der beliebtesten und ungewöhnlichsten Wallfahrtsorte Sardiniens: der religiöse Komplex, der aus der romanischen Basilika Santa Maria und der Wallfahrtskirche Nostra Signora di Bonacatu besteht.

Die Ursprünge der Wallfahrtskirche sind sehr alt: Sie geht auf eine nuragische Siedlung zurück, die sich an der Stelle eines römischen Thermendorfes befand, dessen Überreste für den Bau der Wallfahrtskirche verwendet wurden, wie das Mosaikbecken im östlichen Seitenschiff der Kirche bezeugt. Das heutige Gebäude ist das Ergebnis verschiedener Eingriffe und Ergänzungen in späteren Epochen. Es gibt zwei Fassaden, eine romanische im Westen (1242–1268) mit Hängebögen und polychromen Keramikschalen und eine neoromanische im Norden (1933). Der Innenraum hat einen kreuzförmigen Grundriss mit griechischen Kreuzarmen, Tonnengewölben und byzantinischen Kuppeln im Querschiff. Auf dem Hauptaltar befindet sich ein polychromes Basrelief aus Terrakotta, das die Jungfrau mit dem Kind darstellt (15. Jh.), Ursprung des ältesten Marienkults der Insel, der jedes Jahr Tausende von Gläubigen anzieht, vor allem im September während der Marienfeste. 

Bonarcado feiert auch die Riten der Karwoche mit der Verteilung von Blumensträußen an die Gläubigen und einer Reihe von volkstümlichen religiösen Momenten, die von Gesängen begleitet werden.

 

Santu Lussurgiu

Santu Lussurgiu

Santu Lussurgiu, das wie ein Amphitheater in einem Kegel vulkanischen Ursprungs zwischen Oliven- und Kastanienhainen liegt, ist ein lebendiges Zentrum der Handwerkskünste wie Weben von Teppichen und die Herstellung von Stiefeln und Sätteln und für Pferde. Es ist kein Zufall, dass in den letzten drei Tagen des Karnevals entlang der Via Roma die halsbrecherische Reitschau von „Sa Carrela 'e nanti“ (die Straße entlang) stattfindet. Waghalsige Ritter reiten durch Kurven, enge Gassen und kleine Vorplätze, während die Menge sie anfeuert. Auf der Piazza Mercato erhebt sich die Chiesa Santa Maria degli Angeli: Sie wurde 1483 erbaut und beherbergt einen Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert und eine Gruppe aus Holz der Madonna degli Angeli, ein Werk, das zwischen dem Ende des 16. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts datiert werden kann. In der Nähe, im charakteristischen ältesten Kern des Dorfes, befindet sich die kleine Chiesa S. Croce, die ursprünglich San Lussorio gewidmet war (1185).

Auch in Santu Lussurgiu kann man die starke Hingabe der Bewohner während der Osterrituale beobachten, insbesondere am Gründonnerstag, während des Kreuzweges von „su Nazarenu“ (Jesus von Nazareth), begleitet von Miserere und Novene. Vier „Cunfrarìas“ (Bruderschaften) organisieren hier die Rituale: Santa Rughe ist die älteste (etwa 1580), Su Rosariu (1605), Su Carmene (v1629), e Sos Sette Sette Dolores (1734). 

Entlang der Straße von Santu Lussurgiu nach Cuglieri lohnt sich ein Abstecher nach San Leonardo de Siete Fuentes, einem Kurort in einem wunderschönen Park mit Steineichen, Ulmen und Kastanienbäumen mit sieben Quellen, aus denen harntreibende Mineralwässer fließen. Die kleine Kirche S. Leonardo ist ein faszinierender Beweis dafür, dass der Ort im Mittelalter bewohnt war.

Cuglieri

Cuglieri

Bevor man in Cuglieri, das auf einer Anhöhe gelegen ist, ankommt, trifft man auf die Überreste von Casteddu Ezzu, einer restaurierten mittelalterlichen Festung, die von den Richtern von Torres errichtet wurde. Der Berg besteht aus kahlen Oberflächen und felsigen Gipfeln, die sich mit ausgedehnten Eichen- und Steineichenwäldern und riesengroßen Stechpalmen- und Eiben abwechseln. Die römische Stadt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. namens Cuglieri, ursprünglich Gurulis Nova ist wie ein Amphitheater angelegt und befindet sich auf einem Hügel. Über ihr erhebt sich die majestätische Basilika S. Maria della Neve aus dem 17. Jahrhundert, die auf einer früheren Anlage aus dem 13. Jahrhundert erbaut wurde, während die Stadt malerische Ausblicke mit rustikalen Häusern, engen Gassen und schönen Herrenhäusern bewahrt.

Zu Cuglieri gehört auch das Dorf Santa Caterina di Pittinuri, ein Touristenort mit einem schönen Turm aus dem 16. Jahrhundert und einem goldenen Sandstrand, der von kristallklaren Kalksteinfelsen mit Höhlen und Schluchten umgeben ist. Außerhalb des Ortes lohnt sich ein Ausflug zu den Klippen von Capo Nieddu, wo man im Winter und Frühling den spektakulären 40 Meter hohen Wasserfall des Wildbachs Salighes bewundern kann, der direkt ins Meer stürzt.

In Cuglieri werden die Riten der Karwoche von fünf Bruderschaften organisiert: dem Konvent, Santa Croce, Carmelo, San Giovanni und Rosario. Alle Zeremonien finden in verschiedenen Kirchen statt und werden von liturgischen Gesängen begleitet. Eine Besonderheit ist die Prozession de Sas Chilcas am Gründonnerstag oder die Suche nach Jesus durch die Straßen der Stadt und die Kirchen, in denen sich die Gräber befinden. 

 

Bosa

Bosa

Aus der Ferne sieht es aus wie ein Regenbogen von kleinen Häusern, die sich an einen Hügel klammern: Bosa ist ein hübsches Städtchen mit mittelalterlichem Flair, das vom ruhigen Wasser des Flusses Temo durchzogen wird, auf dem Fischerboote treiben. Die Burg Malaspina (oder Serravalle), die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert erbaut wurde, erhebt sich über dem Ort und beherbergt neben den Mauern auch einen großen Turm und die Kirche Nostra Signora de Regnos Altos mit einem bedeutenden Freskenzyklus (14. Jahrhundert).

Im beliebten Viertel Sa Costa verflechten sich Kopfsteinpflasterstraßen und Trachyttreppen, während ein Spaziergang entlang der Via del Carmine, die einst das Zuhause der Ladenbesitzer (Sas Tendas) war, zu einem von Bäumen gesäumten Platz führt, der von der schönen Kirche del Carmine überragt wird. Der Corso Vittorio Emanuele im Viertel Sa Piatta (der untere Teil der Stadt, auf der Höhe des Flusses) ist ein raffinierter städtischer Raum, der mit Basalt und Kieselsteinen gepflastert ist und von hohen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert gesäumt wird.

Dann die Cattedrale dell'Immacolata mit ihrer unverwechselbaren Kuppel, das Viertel Sas Conzas, das Ende des 18. Jahrhunderts am linken Flussufer für die Ledergerberei erbaut wurde, heute ein architektonischer Industriekomplex, der 1989 zum Nationaldenkmal erklärt wurde: Eines der stillgelegten Produktionsgebäude, ein schönes Beispiel für Industriearchäologie, wurde in das Museo della Concia umgewandelt. Und schließlich die herrliche Kirche S. Pietro, die ehemalige Kathedrale der Diözese Bosa, auf dem Land, nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt.

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