Rocca dei Borgia in Subiaco: Die Festung, in der Lucrezia Borgia geboren wurde
Die Rocca dei Borgia liegt in Subiaco, in der Provinz Rom. Auf der einen Seite wirkt sie wie ein Adelspalais, auf der anderen Seite zeigt sie das Gesicht einer Festung. Jahrhundertelang war sie das Symbol der weltlichen Macht der Äbte von Santa Scolastica – und der Ort, an dem Lucrezia Borgia geboren wurde.
Der Kardinal, der sie ausbaute
Die Festung stammt aus dem11. Jahrhundert und verdankt ihren Namen und ihr heutiges Aussehen Kardinal Rodrigo Borgia, dem Komtursabt der Abtei und späteren Papst Alexander VI. Im Jahr 1476 gab er eine umfassende Restaurierung in Auftrag und ließ die Festung um einen riesigen viereckigen Turm erweitern, der durch einen schmalen Gang und eine Verteidigungsfalle mit der alten mittelalterlichen Burg verbunden ist. Zinnen, Schießscharten, Kerker. Rodrigo lebte hier mit seiner Geliebten Vannozza Cattanei, die hier Lucrezia zur Welt brachte.
Von der Festung zum Palast
Im Jahr 1492, kurz nach seiner Wahl zum Papst, übertrug Rodrigo die Abtei an die Familie Colonna – als Gegenleistung für deren Wahlstimme. Die Familie Colonna ließ die Wohnräume mit allegorischen Fresken ausstatten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hob Pius VI. die weltliche Macht der Abtei auf und verwandelte die Festung von einer militärischen Anlage in einen Wohnpalast: Der Turm wurde halbiert, der Fallstrick und die Kerker wurden entfernt, und an der Westseite wurde die Uhr angebracht, die das Gebäude bis heute prägt. Die Innenräume wurden mit Fresken von Liborio Coccetti und den Gebrüdern Zuccari geschmückt.
Was es heute in den Kellerräumen zu sehen gibt
In den Kellerräumen wurde das Museum für Papierherstellung und Druck eingerichtet – ein multimedialer Rundgang durch die Geschichte der schriftlichen Kommunikation und des Drucks.