Das Kolumbarium des Pomponius Hylas in Rom: Grabkunst und Mythen über das Jenseits im Parco degli Scipioni
Im Parco degli Scipioni, zwischen der Via Appia und der Via Latina, führt eine steile Treppe mit 25 Stufen hinunter zu einem der am besten erhaltenen römischen Grabmäler. Das Kolumbarium des Pomponius Hylas wurde zwischen der Regierungszeit von Tiberius und der von Claudius (14–54 n. Chr.) erbaut und blieb über mehr als ein Jahrhundert in Gebrauch. Im Jahr 1831 brachte der Marquis Pietro Campana das Kolumbarium völlig unversehrt ans Licht – ein kleines archäologisches Wunder.
Ein Freigelassener gibt dem Grab seinen Namen
Pomponius Hylas war ein befreiter Sklave. In der flavischen Zeit (69–96 n. Chr.) erwarb er für sich und seine Frau Pomponia Vitalina eine Nische und ließ ein Wandmosaik aus Glaspaste mit ihren Namen anfertigen. Es handelt sich um eines der ältesten in Italien gefundenen Wandmosaike. Die Gründer des Kolumbariums waren jedoch andere: Granius Nestor und Vinileia Hedone, deren Porträts in der zentralen Ädikula zu sehen sind.
Mythen für die Reise ins Jenseits
Der nur 4 × 3 m große Raum wird von einem Gewölbe überspannt, das mit Fresken mit Rebstöcken, Vögeln und Putten verziert ist. An den Wänden erzählen Stuckarbeiten und Gemälde Mythen über das Schicksal der Seele: Orpheus unter den Thrakern, Dionysos, der Zentaur Chiron, der Achilles unterweist, Herkules, der Kerberos zurückhält, die Hinrichtung des Ochnus. Die Botschaft ist klar: Für die gebildeten Auftraggeber jener Zeit ebneten Kunst und Wissen den Weg zur Unsterblichkeit.