Das unterirdische Rieti: Das unter den Gebäuden des historischen Zentrums verborgene römische Viadukt
Unter der Via Roma, der Hauptstraße von Rieti, verbirgt sich ein römisches Viadukt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., das aus einem sehr praktischen Grund gebaut wurde: Der Fluss Velino trat häufig über die Ufer, und die Via Salaria – die antike Salzstraße, die Rom mit der Adria verband – drohte, sich in einen Sumpf zu verwandeln. Die Römer lösten das Problem, indem sie die Straße auf mächtigen Bögen aus Travertinblöcken anlegten. Heute sind diese Bögen in die Keller der Adelsresidenzen integriert und können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Ein Rundgang durch die Keller der Palazzi
Die Tour beginnt an der Piazza Cavour in der Nähe der Überreste der römischen Brücke, die im Velino zu sehen sind. Man betritt die Untergeschosse des Palazzo Napoleoni, geht unter einem Bogen des Viadukts hindurch, der auf einer Breite von über 5 Metern erhalten geblieben ist, und gelangt in den Innenhof des Palazzo Vecchiarelli, der Ende des 16. Jahrhunderts von Carlo Maderno entworfen wurde. Dazwischen: Tunnel, mittelalterliche Räume, die als Werkstätten und Lagerhallen genutzt wurden, und Einblicke in die Via Roma durch die Gitterroste im Straßenpflaster. Die Route gibt es seit 1995, als einige Familien ihre Keller für die Öffentlichkeit zugänglich machten. Seitdem ist sie zur meistbesuchten Attraktion der Stadt geworden.