Die Kirche San Michele Arcangelo in Capofarfa: Sieben Jahrhunderte voller Namen und Geschichte in der Sabina
Außerhalb des Ortskerns von Poggio San Lorenzo, an der Straße nach Capofarfa, befindet sich eine kleine Kirche, die im Laufe der Zeit mehrere Namen gewechselt hat. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1349: In den Urkunden wird sie als Capella Sancti Angeli de Capufarfa bezeichnet, also als eine der beiden Kapellen in der Gegend, die etwas außerhalb der Stadtmauern errichtet wurde. Wahrscheinlich war es die Kapelle, die bereits der mittelalterlichen Burg, dem Castrum Sancti Angeli, ihren Namen gegeben hatte, auch wenn dieser Zusammenhang nur hypothetisch ist. Heute ist sie auch unter dem Namen Santa Maria in Pulaccio bekannt, der auf einen landwirtschaftlichen Brauch verweist: Die Einwohner entspelzten (trennten) in der Nähe den Weizen und brachten die Spreu zum Verbrennen an einen Ort namens Cinipaglia, was „Strohasche“ bedeutet.
Drei Namen, ein roter Faden, der nicht reißt
Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert wird die Kirche in Urkunden mehrmals unter dem Namen Sant'Angelo erwähnt. Der letzte Eintrag unter der Bezeichnung San Michele Arcangelo findet sich im gregorianischen Kataster von 1819. Von dort an ändert sich der Name erneut und erhält die marianische Bezeichnung, die er bis heute trägt. Im Inneren befinden sich Fresken aus dem 16. Jahrhundert, die zu den wenigen erhaltenen bildlichen Zeugnissen in der Region gehören.