Pozzaglia Sabina: Prähistorische Höhlen, Drachen und eine Schutzheilige der Krankenpfleger
Pozzaglia Sabina ist ein 300 Einwohner zählendes Dorf in einem bewaldeten Talkessel am Fuße des Monte Fàito (1.225 m) in der Sabina Reatina. Das Dorf ist der Geburtsort der Heiligen Agostina Pietrantoni, die seit 2003 die Schutzpatronin der Krankenpfleger in Italien ist: Sie wurde 1864 hier als Livia geboren und im Alter von dreißig Jahren getötet, als sie Tuberkulosekranke im Krankenhaus Santo Spirito in Rom pflegte. Ihre sterblichen Überreste wurden 2004 in die Kirche San Nicola di Bari zurückgebracht, neben das Taufbecken, in dem sie getauft wurde. Ihr Geburtshaus ist heute ein Museum.
Zwei Höhlen, zwei Geschichten
Die Grotta Pila auf dem Monte Frainili ist eine 40 Meter lange natürliche Höhle mit Stalaktiten und Stalagmiten. In ihrem Inneren wurden Funde aus der Jungsteinzeit bis zur Kupferzeit (Bestattungsstätten und Gefäße) entdeckt, und sie ist ein wichtiger Ort für die Erforschung von Fledermäusen. Um die Grotte San Michele Arcangelo hingegen rankt sich eine Legende: Hier soll der heilige Krieger einen Drachen durchbohrt haben. Über der Grotte wurde eine kleine Felsenkirche errichtet.
Die romanische Abtei und der Bogen der Santacroce
Auf der sechsten Etappe des Pilgerwegs des Heiligen Benedikt trifft man auf die Überreste der Abtei Santa Maria del Piano, deren Glockenturm noch erhalten ist und die einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes aufweist. In der Altstadt befindet sich La Porta, ein Rundbogen aus Kalkstein, der den ehemaligen Eingang zur Burg darstellt, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von den Markgrafen Santacroce erbaut wurde.
Am 1. November findet in Pietraforte das Polenta-Festival mit „Spuntature“ (Schweinerippchen) und Wurst statt.