Kathedrale Santa Margherita in Montefiascone: eine der größten Kuppeln Italiens
Die Kathedrale Santa Margherita erhebt sich auf dem gleichnamigen Platz im Herzen von Montefiascone. Sie ist Margherita von Antiochia, der Schutzpatronin der Stadt, gewidmet, deren Reliquien hier aufbewahrt werden. Ihre Kuppel gehört zu den größten Italiens und ist zusammen mit dem Petersdom und Santa Maria del Fiore schon aus großer Entfernung zu erkennen.
Drei Jahrhunderte Bauarbeiten
Bereits im Jahr 1330 existierte hier eine Kirche, doch wurde erst mit der Gründung der Diözese im Jahr 1369 mit der Planung eines umfangreicheren Bauwerks begonnen. Die Arbeiten begannen 1483 unter der Leitung des florentinischen Architekten Antico di Stefano; ab 1519 übernahm der Veroneser Michele Sanmicheli die Leitung, möglicherweise unter Beteiligung von Antonio da Sangallo dem Jüngeren. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Bauarbeiten beim Tambour, der provisorisch mit einem Dach eingedeckt wurde, eingestellt. Bei dem Brand am Karfreitag 1670 wurden das Dach und das Innere der Kirche zerstört: Dies bot die Gelegenheit, Carlo Fontana mit der Kuppel zu beauftragen, die am 16. Dezember 1674 eingeweiht wurde. Die Fassade und die Glockentürme stammen aus dem Jahr 1840 und wurden nach einem Entwurf von Paolo Gazola für Kardinal Vincenzo Macchi errichtet.
Innenraum und Krypta
Die Kapellen im Inneren sind mit Terrakottafliesen von Della Robbia dekoriert; außerdem befindet sich dort ein Holzkruzifix. In der Krypta aus der Renaissance werden die sterblichen Überreste der Heiligen Lucia Filippini und des Kardinals Marco Antonio Barbarigo aufbewahrt, der von 1687 bis 1706 Bischof war. 1943 erhob Pius XII. die Kathedrale zur Basilica minor.